Kunst & Kultur

Borges - Los libros y la noche (2000)
Tristan Bauer
Argentinien
79′
Um den hundertsten Geburtstag von Jorge Luis Borges zu feiern, hat Tristán Bauer einen ausgesprochen anregenden Filmessay gestaltet: Gekonnt, respektvoll und poetisch vermischt er Archivdokumente, Gespräche und Fotos zum Leben des Schriftstellers, die Borges' politische Haltung, seine Probleme mit dem Perón Regime und seine internationalen Erfolge widerspiegeln. Tristán Bauer beschränkt sich nicht auf eine Historikerarbeit, er rekonstruiert nüchtern und subtil die Welt des Schriftstellers: unendliche Brunnen der seltsamen Bibliothek von Babel, zahlreiche Gänge, Kreise, Spiegel, Treppen und Sechsecke. Auf der Suche nach Borges' Welt und nach ihrer Fiktion gelingt es ihm, die Atmosphäre der Gedichte und Geschichten, der literarischen und metaphysischen Obsessionen des Schriftstellers wiederzugeben. Der Film handelt in Dokumentar- und Spielfilmsequenzen vom Leben und Werk von einem der bedeutendsten spanischsprachigen Schriftsteller, und stellt Archivdokumente der faszinierenden Welt unendlicher Bibliotheks- und Bücherlabyrinthe gegenüber. Walter Santa Ana spielt die vom argentinischen Schriftsteller geschaffene Figur, die niemand anders als Borges selbst ist. Walter Ruggle
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Ken Bugul
Silvia Voser
Senegal
64′
Ken Bugul ist eine Schriftstellerin, die dort lebt, wo ihre Seele zu Hause ist: in Afrika. Ihr Leben verläuft aussergewöhnlich. Der Film von Silvia Voser zeigt uns eine Biographie als Spiegel der Situation aller Frauen und als Reflexion der Beziehungen zwischen Afrika und dem Westen. Ken Bugul wird als eine der hervorragendsten senegalesischen SchriftstellerInnen der französischsprachigen Literatur der letzten Jahrzehnte betrachtet. Ihre Romane sind ein wichtiger und radikaler Bezugspunkt, da sie es versteht, in einem eigenwilligen Stil, eine hochliterarische Sprache mit den Rhythmen, den Ausdrucksweisen und den gedanklichen Grundstrukturen des Wolof, ihrer Muttersprache, dicht zu verweben. «Was Ihr auf französisch in meinen Romanen lest, ist die Art, wie man in meinem Dorf in unserer Sprache Wolof denkt und spricht.» Die persönliche Geschichte der Autorin ist durch die historischen Ereignisse Afrikas geprägt. Sie kommt 1947 in einem isolierten Dorf in Senegal, das noch französische Kolonie ist, zur Welt. Ihr Vater ist bei ihrer Geburt 85 Jahre alt. Als Ken Bugul fünfjährig ist, verlässt die Mutter den Haushalt. Diese Erfahrung des Verlassenwerdens ist grundlegend. Sie fühlt sich nicht geliebt, ist aber voller trotziger Entschlossenheit und strebt nach Freiheit. Als erstes Mädchen ihrer Familie geht sie zur Schule und hat ausgezeichnete Noten. 1971 fliegt sie nach Europa, um weiter zu studieren. Wie sie in ihrem ersten Roman «Die Nacht des Baobab» schreibt: «Während zwanzig Jahren habe ich nur ihre Gedanken und ihre Gefühle gelernt. Ich hoffte, mich mit ihnen zu amüsieren, aber ich wurde enttäuscht: ich habe mich mit ihnen identifiziert, sie aber identifizierten sich nicht mit mir.» Silvia Voser führt uns mit Feingefühl in dieses geheimnisvolle und bewegte Leben. Sie lässt eine mutige und verletzliche Ken Bugul selber zu Wort kommen, und evoziert das Leben einer Künstlerin, deren Werk uns zu einem neuen Blick auf eine Welt voller komplexer Beziehungen verhilft.
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Dunia (2006)
Saab Jocelyne
Ägypten
112′
Mit ihrem einfühlsamen Spielfilm Dunia schafft es die gebürtige Libanesin Jocelyne Saab, Begriffen wie Liebe oder Sinnlichkeit ein Gesicht zu geben, Bilder, Rhythmen und Stimmungen. Und deutlich zu machen, dass Liebe etwas ist, was man suchen und anstreben kann - und leben muss. Wenn man in gar nichts verliebt ist, hat der Tunesier Nacer Khemir einmal gesagt, dann fehlt dem Leben das Ziel und damit natürlich auch das, was man Sinn nennen mag. Nach Abschluss ihrer Literaturstudien im pulsierenden Kairo möchte Dunia Tänzerin werden, wie ihre Mutter es war. Gleichzeitig ist die attraktive junge Frau fasziniert vom Sufismus und seiner Poesie. Was Liebe und Zärtlichkeit bedeuten können, erfährt Dunia, als sie mit dem Schriftsteller Beshir das Vergnügen der Sinne kennenlernt und erlebt, wie eng dieses mit dem Vergnügen der Worte verknüpft ist. Intime Träume und sinnliche Zitate aus der Literatur klingen in Jocelyne Saabs traumwandlerisch zartem Film an und erzählen von einem Ägypten, das auf halbem Weg nach den ersehnten Idealen steckt. Und von einer Frau, die behutsam zu sich selber finden will und eine Wunde der Kindheit zu überwinden sucht, die nicht nur eine Wunde des Körpers ist. Eine Entdeckung.
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mit Bonus
La vida es silbar & Schwerelos (1998)
Fernando Pérez
Kuba
106′
Fernando Pérez erzählt in seinem Spielfilm «La vida es silbar» von Havanna und von drei Menschen, die hier auf der Suche nach dem persönlichen Glück sind. Mariana, eine junge Ballett-Tänzerin, würde liebend gerne die Rolle der Giselle tanzen und begehrt genauso enthusiastisch die Körper junger Männer. Der Musiker Elpidio wurde als kleiner Junge von seiner Mutter Cuba verlassen, weil er nicht nach deren Wünschen geraten war. Jetzt lebt der Mischling von seinen Mutter-Mythen umrankt und lernt eine junge Umweltaktivistin kennen, die in Havanna per Heissluftballon gelandet ist. Julia schliesslich arbeitet als Pflegerin in einem Altersheim. Regelmässig überkommen sie Gähnanfälle, und sie schläft gar ein, als ihr besonderer Einsatz fürs Allgemeinwohl ausgezeichnet werden soll. Es gibt vieles, was Julia in ihrem Leben verdrängt. Allein beim Stichwort «Sex» fällt sie schon in Ohnmacht. Doch mit ihrem Hang zur Verdrängung, lernt Julia, ist sie nicht allein. Die drei Lebenslinien, denen «La vida es silbar» folgt, haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt: Mariana, Elpidio und Julia begannen als verlassene Kinder im Waisenhaus. Für Fernando Pérez definiert sich ihr persönliches Glück vor allem in der Suche nach ihm - es ist die Suche nach der eigenen Identität. Seine drei Figuren müssen Entscheidungen treffen und versuchen, die Angst vor der Wahrheit, vor den Worten und den Ideen dahinter, zu überwinden, um den Neuanfang zu wagen. Ihre Lebensfäden hält die 18-jährige Bebé in der Hand, eine Art Märchenfee und Traumfigur, die vollends glücklich ist und möchte, dass es den anderen auch so ergeht. «La vida es silbar» ist, wie sein Autor Fernando Pérez selber sagt, ein Film über «die Suche nach der Glückseligkeit in Kuba am Ende dieses Jahrhunderts.» Man möchte ergänzend beifügen: Das ist ein Film über die Suche nach dem Lebensglück schlechthin. Walter Ruggle PS: Der erfolgreichste Film unserer Kollektion wurde von trigon-film frisch restauriert und digitalisiert. Schöner denn je oder, wie Fernando Pérez selber sagt: «Jetzt sieht der Film so aus, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.» BONUS: Als Zugabe gibt's den Bergsteiger-Dokumentarfilm mit Daniel Anker, der in den 1990er Jahren eine neue Route durch die Eiger-Nordwand gelegt hat und sie als Liebhaber des Films «La vida es silbar» nannte. Sie erfreut sich bei jenen, die gerne Klettern, als beliebt.
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Opera Jawa (2006)
Garin Nugroho
Indonesien
115′
Ein Seh- und Hörerlebnis der besonderen Art, ein Gesamtkunstwerk mit Sprengkraft. Der indonesische Regisseur Garin Nugroho, der für die Vielfalt seiner erzählerischen Stile und die mutige Bewältigung umstrittener Themen bekannt ist, hat mit «Opera Jawa» seinen vielleicht klarsichtigsten Film geschaffen. Er feiert darin traditionelle Formen von Gamelan-Musik, Tanz und Performances und verbindet diese mit zeitgenössischen Gesangs- und Tanzstilen sowie mit Drehorten, die moderne Installationskünstler transformiert haben. Dabei hat er eine neue Form des Musicals ins Leben gerufen, eine «Oper für das 21. Jahrhundert». Er adaptiert eine der berühmtesten Geschichten des «Ramayana», des grossen Klassikers der indischen und südostasiatischen Literatur. Es ist die Geschichte eines leidenschaftlichen Liebesdreiecks: Die schöne Siti und ihr Ehemann betreiben eine Töpferei, aber die Dinge laufen nicht so, wie sie sollten, und als ihr Mann Setio fort ist, versucht der mächtige und skrupellose Händler Ludiro sie zu verführen. Siti verfängt sich in den Stricken eines Konflikts. Mit bewundernswerten Leistungen seiner drei Hauptdarstellenden und dazu den Kompositionen des berühmtesten Gamelan-Maestros Rahayu Supanggah, hat Nugroho einen Film geschaffen, dem es auf erstaunliche Weise gelingt, freudig multikulturellen Selbstausdruck zu feiern und zugleich ein Requiem über den Schmerz zu sein. Die Religionsfrage ist auch in Indonesien brisant, einem muslimischen Staat mit starken fundamentalistischen Strömungen. Garin Nugroho ist selbst Muslim, aber in seinem alltäglichen Leben in Yogyakarta gibt es viele andere multikulturelle und religiöse Einflüsse. Die Bilder und Symbole, die in Yogyakarta verwendet werden, stammen oft aus dem Hinduismus, ist der Islam doch noch nicht allzu lange im Inselstaat zu Hause. Nugroho wehrt sich dagegen, dass die Regierung die Religion als politisches Mittel einsetzt. Nugroho feiert die visuellen und akustischen Dimensionen des Kinos. Kino, das sind Bilder, das sind Bewegungen, ist die Erzählung. Drei Dimensionen, die er mit all ihren ästhetischen Mitteln ausschöpft. Farben und Lichter charakterisieren jede der Szenen, verleihen ihnen atmosphärische Dichte und dem Geschehen bei aller Härte Zärtlichkeit und Harmonie. Die Erzählung ist von Musik beseelt. Gefühle der Figuren oder Kommentare des Chors werden durch den Gesang zum Ausdruck gebracht und zeugen von den durchlebten Prüfungen. Durch den Tanz erst kommt die Sinnlichkeit zum Ausdruck, die Gefühlswelt und das Umherirren, das Zweifeln der Helden. Die Musik ist in Form des Gamelanorchesters nicht nur hörbar: sie ist auch sichtbar und damit Teil des visuellen Konzepts. Diese aus Glockenläuten, Perkussionen und Gongs zusammengesetzten musikalischen Formen stammen aus Jawa und aus Bali und sind bewusst und nachdrücklich ins Bild gesetzt.
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Markus Raetz (2007)
Iwan Schumacher
Schweiz
75′
Die Kunst von Markus Raetz wirkt federleicht und zärtlich beschwingt. Man schaut und staunt und ist verzückt, fragt sich, was einem die Augen mit seiner Hilfe vorzaubern. Iwan Schumacher hält das in seinem Porträt so bewegt fest, dass einem das Schauen und Staunen nie vergehen möchten und man erkennt: Wahrnehmung ist das halbe Leben. Danke, Markus Raetz. Am 14. April 2020 ist der Maler, Bildhauer und Fotograf 78-jährig gestorben. Im internationalen Kunstbetrieb war der Schweizer eine etablierte Grösse. Für den Film von Iwan Schumacher hatte der Berner Künstler erstmals einem Filmteam (Kamera: Pio Corradi) Einblick in sein 40-jähriges Schaffen gewährt. Markus Raetz hat den siebten Sinn für Wahrnehmungen der aussergewöhnlichen Art. Seine Werke verblüffen wie Kunststücke eines Zauberers. Sie hinterfragen unsere Sehgewohnheiten und zeigen uns die Dinge von einer ganz anderen Seite. Bei allem lohnt es sich, mehrmals und genau zu schauen. Bei seinen Überraschungsattacken auf die Sehorgane des Publikums bedient sich der «wohl Klarsichtigste aller Schweizer Künstler» unterschiedlichster Techniken, Materialien und Medien. - Bei filmingo gibt's das verspielt schöne filmische Porträt in der vollen Kinoversion.
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Passagen (1972)
Fredi M. Murer
Schweiz
44′
H.R. Giger wurde weltberühmt als Gestalter der Figuren des Spielfilms ALIEN von Ridley Scott. In dieser lange Jahre davor entstandenen Dokumentation über H.R. Gigers Werk steht der schöpferische Prozess des Künstlers und das Wechselspiel zwischen bewussten und unbewussten Einflüssen im Mittelpunkt. In Statements von Experten und Zeitgenossen wird die Frage nach der Stellung des Künstlers und seiner gesellschaftlichen Verantwortung behandelt.
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Die Farbe des Granatapfels (1969)
Sergej Paradschanow
Armenien
80′
Der armenische Lyriker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hof des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er ermordet und zum Märtyrer wurde. Die ungewöhnliche Filmbiografie des Sayat Nova besteht aus acht Kapiteln, die seine Lebensstationen mit Hilfe von stark surrealistischen Tableaus darstellen. Darin wird wenig gesprochen, das meiste an Worten findet sich in den lyrischen Zwischentiteln: Vorrang hat der visuelle Ausdruck. Sergej Paradschanow zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dem Leben des Poeten: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe, die Zeit am Hof. Dabei strebt er an, ins poetische Universum des Dichters einzudringen, es gleichsam mit seinem eigenen zu verschmelzen. Ulrich Gregor hat seinerzeit geschrieben: «Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» Sergej Paradschanows Bilder und Sayat Novas Poesie dringen tief in die christlich-orientalische Kultur Armeniens vor und sind sorgsam und streng komponiert. Ein ganz spezieller Augenschmaus.
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The Song of Mary Blane
Bruno Moll
Schweiz
86′
Der Solothurner Kunstmaler Frank Buchser wird im Jahre 1866 in die USA geschickt, um ein grosses Gemälde der «Helden des Bürgerkriegs» für den künftigen Nationalratssaal in Bern zu malen. Anfänglich porträtiert Buchser fleissig die Politiker und Generäle im Sinne seiner Auftraggeber. Mehr und mehr interessiert er sich aber für die in die Reservate vertriebenen Indianer und die Lebensbedingungen der eben befreiten Sklaven. Jahre früher, fasziniert von der maurischen Kultur, reitet Frank Buchser als türkischer Scheich verkleidet in die für Christen bei Todesstrafe verbotene marokkanische Stadt Fez. Der Schweizer Filmemacher Bruno Moll (Pizza Bethlehem, Tunisreise) erzählt die beiden abenteuerlichen Reisen des aufmüpfigen und streitbaren Künstlers. Die Filmerzählung beginnt mit Filmdokumenten der Ausschreitungen im August 2017 in Charlottesville und den von Frank Buchser gemachten Tagebucheintragungen im Jahre 1869, als General Lee ihm für das Porträt Modell stand. In einer grossen Rückblende erzählt der Filmemacher Buchsers Aufenthalt in Andalusien und Marokko im Jahr 1858, kehrt mit ihm in die Heimat zurück und schliesst mit seinem nordamerikanischen Abenteuer.
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Gerhard Richter Painting
Corinna Belz
Deutschland
101′
Gerhard Richter, einer der international bedeutendsten Künstler der Gegenwart, öffnete der Filmemacherin Corinna Belz im Frühjahr und Sommer 2009 sein Atelier, wo er an einer Serie grosser abstrakter Bilder arbeitete. «Gerhard Richter Painting» gewährt einmalige Einblicke in die Arbeit des Künstlers. In hoch konzentrierten Einstellungen lässt uns der Film an einem sehr persönlichen, spannungsgeladenen Schaffensprozess teilhaben. Wir sehen, wie Richter malt, wie er seine Bilder betrachtet und beurteilt, wie er überlegt, abwartet, verwirft, überarbeitet, manchmal auch zerstört und neu beginnt. Corinna Belz lässt uns in ihrem klugen, einfühlsamen Film den vielschichtigen Vorgängen künstlerischen Schaffens näher kommen. Der Blick auf die Leinwand erweitert und verändert sich. Die Bilder werden selbst zu Protagonisten. «Gerhard Richter Painting» ist das eindringliche Porträt eines Künstlers bei der Arbeit – und ein faszinierender Film über das Sehen selbst. Der Bayrische Rundfunk hielt fest: «'Gerhard Richter Painting' ist gerade deshalb so aufschlussreich, weil der Film den Prozess des Erschaffens mit all seinen Unsicherheiten und Irrwegen zeigt. Selbst Richter kann nicht erklären, was genau da passiert, weil Worte und Malerei für ihn nicht zusammengehen. Richter hat sich die Skepsis zum Arbeitsprinzip gemacht und scheint in permanenter, kritischer Kommunikation mit der Leinwand zu stehen: aufmerksam, offen – und zweifelnd.» Richters emotionaler letzter Satz bringt die Qualitäten von 'Gerhard Richter Painting' auf den Punkt: 'Mann, macht das Spass!'» Deutscher Filmpreis 2012: Bester Dokumentarfilm
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Storia probabile di un Angelo - Fernando Birri
Paolo Taggi Domenico Lucchini
Italien
76′
Eine Reise in die Welt und das Werk des grossen Meisters des südamerikanischen Kinos, Fernando Birri. Wie Birri sagt, ist es «der letzte Wille seines spirituellen Kinos».
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Urs Fischer
Iwan Schumacher
Schweiz
102′
Urs Fischer ist ein Senkrechtstarter. Der 36-jährige Schweizer Künstler mit Wohnsitz in New York feiert mit seinen Zeichnungen, Objekten und Installationen seit Jahren internationale Erfolge. Fischer erhält hochkarätige internationale Ausstellungsmöglichkeiten und verfügt über beachtliche Produktionsbudgets, die es ihm auch erlauben, haushohe Skulpturen anzufertigen. Der Film zeigt ihn als Künstler, der seine Schaffenskraft aus einem Spannungsfeld intensiver Gegensätze und Widersprüche bezieht. Fischer pendelt zwischen Lebensfreude und Schaffenswut, Kunsttraditionen und Popkultur, Spontaneität und Hightech hin und her. In seinen zwei- und dreidimensionalen Arbeiten findet er immer wieder die Synthese zwischen diesen scheinbaren Gegensätzen. Im Zentrum des Films steht als vorläufiger Höhepunkt seiner Karriere die Vorbereitung bis hin zur Vernissage seiner ersten Einzelausstellung in einem Museum in den USA: im New Museum in New York City im Oktober 2009. Visuell netzartig verflochten zeigt «Urs Fischer» die wichtigsten Produktionen und Ausstellungen der letzten sechs Jahre, mit fesselnden Bildern von Schauplätzen wie Venedig, London, Sydney, Zürich und Shanghai. Die Zuschauer tauchen ein in den komplexen schöpferischen Prozess hinter einer Ausstellung, und sie erleben, unter welchem Druck ein international tätiger Künstler arbeitet. Faszinierend auch zu sehen, was es ganz konkret bedeutet, als Künstler in einer globalisierten Welt seine Werke zu schaffen. Und Teil eines Kunstmarktes zu sein, in dem Millionensummen auf dem Spiel stehen.
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Amiet
Iwan Schumacher und Cornelia Strasse
Schweiz
52′
Cuno Amiet, 1868 geboren, ist 1961 gestorben, trotzdem wirken viele seiner Bilder so frisch, als wären sie von heute. Amiet war zusammen mit Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti ein Wegbereiter der Moderne in der Schweiz. Der Film besucht eine Kunstsammlerin und zwei Kunstsammler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Umgeben von ihren Gemälden erzählen sie uns in Dallas, Genf und Studen bei Biel, was ihnen ihre Amiets bedeuten.
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Cern und der Sinn der Schönheit
Valerio Jalongo
Schweiz
75′
CERN und der Sinn für Schönheit enthüllt die Geheimnisse des unterirdischen Labors am CERN und zeigt, wie Schönheit und Harmonie sowohl für Wissenschaftler als auch für Künstler Leitbilder sind. Die riesigen Maschinen des CERNs fangen Bilder mit einer ebenso mysteriösen Energie ein, wie die Werke von Künstlern wie Olafur Eliasson, Michael Hoch, Carla Canetti und vielen anderen. Die Bilder erzählen von Spiritualität der Menschen und der Beziehung zur Natur. Eine Beziehung, die in Angst gelebt wurde, in gemeinsamer Erfahrung, in zerstörerischer Kraft, und die heute überdeutlich zeigt, dass der Mensch die Erwärmung der Erde – seinem einzigen Lebensraum – nicht stoppen kann. Wissenschaftlerinnen des CERN sehen sich konfrontiert mit den grossen Fragen der Philosophen und Mystiker – über das Universum, unsere Herkunft, unser Schicksal. Einige glauben an Gott, einige glauben nur an die Gesetze der Physik und an mathematische Formeln. Aber alle erkennen, dass sie die schwer fassbare Natur von Materie und Kosmos nur mit ihrem sechsten Sinn verstehen können: dem Sinn für Schönheit.
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The Square
Ruben Östlund
Schweden
145′
Christian ist der smarte Kurator eines grossen Museums in Stockholm. Die nächste spektakuläre Ausstellung, die er vorbereitet, ist «The Square». Sie dreht sich um einen Platz, der als moralische Schutzzone fungieren und das schwindende Vertrauen in die Gemeinschaft hinterfragen soll. Doch wie bei den meisten modernen Menschen reicht auch bei Christian das Vertrauen nicht weit; er wohnt abgeschottet in einem stylishen Apartment und würde seinen Tesla nicht unbeaufsichtigt in einer zwielichtigen Gegend parken. Als Christian ausgeraubt wird und ihm kurz darauf die provokante Medienkampagne zu «The Square» um die Ohren fliegt, geraten sein Selbstverständnis wie auch sein Gesellschaftsbild schwer ins Wanken. Ruben Östlund begibt sich in die schillernde Welt der modernen Kunst und öffnet ihre moralischen Falltüren. Das ist eine klug inszenierte, überraschende und äusserst unterhaltsame Satire zum Zustand der heutigen Gesellschaft. «Wenn man versucht, das Richtige zu tun», sagt der Regisseur, «ist das Schwierige nicht, den gängigen Wertvorstellungen zuzustimmen, sondern tatsächlich nach ihnen zu handeln.» Goldene Palme Cannes 2017.
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Das grosse Museum
Johannes Holzhausen
Österreich
94′
Am 16. Mai ist der internationale Tag des Museums unter dem Motto «Museen inspirieren die Zukunft – Museen mit Freude entdecken». Zu den musealen Genussorten gehört das Museumsviertel in Wien, wo sie alle schön vereint sind und Natur und Kultur in spannenden Ausstellungen vertieft werden können. Im Fokus hier steht das Kunsthistorische Museum - ob man's kennt oder nicht: die filmische Begegnung mit seinen Innereien ist eine bereichernde Seherfahrung. Der Film «Das grosse Museum» bietet einen neugierigen, verschmitzten und humorvollen Einblick in den Mikrokosmos eines bedeutenden Kunstmuseums, jenes von Wien. Eine Restauratorin ist der Geschichte eines mehrfach bearbeiteten Rubens-Gemäldes auf der Spur; ein anderer verzweifelt ausdrucksstark an der Reparatur eines Modellschlachtschiffs. Eine Frau vom Publikumsdienst fühlt sich am Haus nicht integriert; ein verdienter Sammlungsleiter wird in den Ruhestand verabschiedet. Es entsteht nicht nur das Portrait einer staatlichen Kultureinrichtung, die ihre Integrität mit Budgetvorgaben und Konkurrenzdruck ausbalancieren muss. Unangestrengt stellt «Das grosse Museum» auch weiter reichende Fragen: Wie lässt sich vermitteln zwischen der Bewahrung der Werke und ihrer zeitgemässen Präsentation? Welche Zwecke hat Kunst für die Selbstdarstellung einer Nation in Politik und Tourismus zu erfüllen? Dem Dokumentaristen Johannes Holzhausen gelingt ein behutsames Gleichgewicht zwischen dem einzelnen Moment und der übergreifenden Erzählbewegung, das schon seine früheren Arbeiten auszeichnete. Die präzise Kamera und der pointierte Schnitt dienen der geduldigen Beobachtung und Reflexion, so wie die ProtagonistInnen sich im Dienst einer Institution verstehen, die sie überdauern wird. Darin ist «Das grosse Museum» auch ein Film über Zeitlichkeit und Vergänglichkeit: Er setzt den tagtäglichen Betrieb in Bezug zur Tradition des Hauses, die in der Habsburger-Monarchie fusst, und zum Anspruch der Kunstobjekte auf Zeitlosigkeit.
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Cave of Forgotten Dreams - Die Höhle der vergessenen Träume
Werner Herzog
USA
86′
Im Winter 1994 wurden in der südfranzösischen Chauvet-Höhle die ältesten heute noch erhaltenen Höhlenmalereien entdeckt. Seither haben nur wenige Personen Zugang erhalten. Die Schätze sind der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Der renommierte Filmemacher Werner Herzog durfte die Räume betreten. In seinen Aufnahmen findet sich die Magie des ehrfurchtgebietenden Ortes eingefangen, während Herzog im unterlegten Kommentar auf seine unverwechselbare Art über die einstigen Bewohner der Höhle und das Entstehen der Kunst philosophiert.
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El abrazo de la serpiente
Ciro Guerra
Kolumbien
124′
Zwei Forscher dringen ins Innerste des Amazonas vor: Der deutsche EthnologeTheodor Koch-Grunberg im Jahr 1909, der nordamerikanische Botaniker und Abenteurer Richard Evan Schultes im Jahr 1940. Begleitet werden beide vom gleichen Schamanen, der selber der einzige Überlebende eines ausgelöschten Stammes ist und sie je zum Ziel ihrer Wünsche fuhren soll: Sie suchen eine im Urwald verborgene Wunderpflanze. Absolut halluzinierend. Apocalypse Now am Amazonas. Der Kolumbianer Ciro Guerra hat schon in früheren Filmen sein erzählerisches Talent bewiesen; in diesem mutigen Epos setzt er einen Massstab im Umgang mit der Erzählung aus dem Amazonas. Zusehends wandeln sich in «El abrazo de la serpiente» die beiden realen historischen Handlungen zum zeitüberschreitenden spirituellen Abenteuer, zum bildgewaltigen psychedelischen Trip, wie man ihn seit «Apocalypse Now» von Francis Ford Coppola nicht mehr in dieser Intensität gesehen hat. Joseph Conrad lässt auch hier mit seinem Roman «Heart of Darkness» grussen, der Mekong dort, der Kongo da und nun dieser Amazonas. Packend, wie uns Guerra uber Mensch, Natur und die destruktive Macht des Kolonialismus nachdenken lässt, wie er die Rollen umkehrt, unvergesslich seine Tauchfahrt ins Innere des immensen Regenwalds. Erst ganz am Ende des sehr bewusst und in prächtigem Licht-Schattenspiel in Schwarzweiss gedrehten Films taucht er mit seiner Breitwand-Kamera, die von David Gallego präzis geführt wird und den Sog des Orts erfasst, auf aus dem Regenwald, in dem wir uns zwei Stunden lang bewegt haben, verschafft einen Überblick über die schiere Unendlichkeit des Amazonasbeckens und lässt uns aufatmen. Zumindest wir sind noch einmal davongekommen. Was für ein ausserordentlicher Sehgenuss. Walter Ruggle
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Kosh ba Kosh (1990)
Bachtiar Chudonasarow
Tadschikistan
92′
Mira, eine junge Frau aus Russland, kommt nach Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan, um ihren Vater zu besuchen, einen Spieler, der oft verliert und schliesslich sogar Mira an einen alten Mann verspielt. Doch Daler, ein junger Mitspieler, verliebt sich in Mira und entführt sie ganz einfach in seine ziemlich schräge Welt. Daler ist nämlich Chef der örtlichen, durch und durch vergammelten Luftseilbahn. Seine verblichenen gelben Kabinen taugen für jede Fracht: Touristinnen und Touristen genauso wie für Heu, Bierkisten, Diebesgut und sogar als Liebeslaube für luftige Schäferstündchen. Für Mira arrangiert Daler ein romantisches Picknick, schwebend zwischen Himmel und Erde. Und so beginnt auch schon die Liebesgeschichte von Mira und Daler. Wenn der Film endet (nicht aber die Liebe), wird Mira eine fremde, manchmal auch exotische Welt kennengelernt haben. Sie wird einen Bürgerkrieg gesehen haben. Sie wird ihren Vater in den Tod begleitet haben und Daler auf dem Weg in ein neues Leben. Walter Ruggle
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Tanna
Martin Butler Bentley Dean
Australien
104′
Der Spielfilm «Tanna» gehört wohl zu den schönen Überraschungen, die uns das Kinojahr beschert. Er entstand auf der entlegenen gleichnamigen Insel in der Südsee. Das Filmemacherduo erzählt mit der lokalen Bevölkerung als Darstellenden eine Romeo-und-Julia-Geschichte, sanft in die Natur eingebettet und atemberaubend fotografiert. Ein Film, der uns im besten Sinn aus der Zeit und ihrer Atemlosigkeit holt und ganz einfach in eine andere Welt versetzt. Im Dorf der Yakel leben die Menschen in Symbiose mit der Natur. Aber nicht alles ist so friedlich, wie es scheint. Die benachbarten Imedin haben einen Yakel umgebracht. Zu viel der Gewalt für die Ältesten. Sie wollen Frieden schliessen und versprechen die schöne Wawa dem Sohn des Imedin-Chefs. Nun ist Wawa allerdings unsterblich verliebt in Dain, den Sohn des Yakel-Anführers. Die beiden weigern sich und fliehen durch die Wälder in die Höhen des Funken speienden Vulkans. Eine klassische Geschichte, die an Romeo und Julia erinnert und hier noch einmal in unglaublicher Frische und Schönheit erzählt wird. Tanna entführt uns in eine andere Welt, die weit entfernt scheint von unserem Alltag und das Eine genauso kennt: Die Leidenschaft in der grossen Liebe. Der Film wurde an originalen Schauplätzen auf der Südseeinsel Tanna gedreht, mit Menschen, die da leben und mit spürbarer Freude die Rollen verkörpern. Bentley Dean und Martin Butler sind von Haus aus Dokumentarfilmer, die sich hier in die Fiktion wagen und sich mit den Menschen vor Ort zusammengetan haben, um die Handlung zu entwickeln und mit ihnen möglichst realitätsnah umzusetzen. Am Ende ist auf diese Art ein umwerfend schöner Film entstanden, der bewegt. Man kann es fast nicht glauben, dass die Filmcrew im Wesentlichen aus den beiden Filmschaffenden bestand: der eine führte die Kamera, der andere zeichnete den Ton auf. Man wollte so wenig wie möglich durch Technik stören, gleichzeitig ist es ein aktionsreicher Film inmitten einer aktiven Vulkanlandschaft: Tanna, das Eiland und der Film, sind zwei Perlen des Pazifik.
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Die Farbe des Granatapfels (1969)
Sergej Paradschanow
Armenien
80′
Der armenische Lyriker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hof des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er ermordet und zum Märtyrer wurde. Die ungewöhnliche Filmbiografie des Sayat Nova besteht aus acht Kapiteln, die seine Lebensstationen mit Hilfe von stark surrealistischen Tableaus darstellen. Darin wird wenig gesprochen, das meiste an Worten findet sich in den lyrischen Zwischentiteln: Vorrang hat der visuelle Ausdruck. Sergej Paradschanow zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dem Leben des Poeten: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe, die Zeit am Hof. Dabei strebt er an, ins poetische Universum des Dichters einzudringen, es gleichsam mit seinem eigenen zu verschmelzen. Ulrich Gregor hat seinerzeit geschrieben: «Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» Sergej Paradschanows Bilder und Sayat Novas Poesie dringen tief in die christlich-orientalische Kultur Armeniens vor und sind sorgsam und streng komponiert. Ein ganz spezieller Augenschmaus.
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Ixcanul Volcano
Jayro Bustamante
Guatemala
91′
María, eine 17-jährige Maya-Frau, lebt mit ihren Eltern auf einer Kaffeeplantage am Fuss eines aktiven Vulkans. Sie soll mit dem Vorarbeiter verheiratet werden, sehnt sich aber danach, die Welt jenseits des Berges kennenzulernen. Sie verführt einen Kaffeepflücker, der in die USA fliehen möchte. Als dieser sie alleine zurücklässt, entdeckt María ihre eigene Welt und Kultur noch einmal neu. Jayro Bustamante erzählt bewegend von seiner Heimat. María lebt in Guatemala, einem Land, das bei uns im Kino kaum je zu sehen ist und sicher nie so intensiv. María weiss sehr wohl, wie gut sie aussieht, und sie ist stolz, wenn sie sich farbenprächtig schmückt. Die Figuren in diesem Film sind Menschen, wie man ihnen an jenem Flecken Erde begegnet, an dem die Handlung spielt. Regisseur Jayro Bustamante ist da aufgewachsen, und man spürt es in jedem Atemzug seines ersten Spielfilms: Er kennt das Leben, von dem er erzählt, er hat aus dem Innern heraus die Geschichte entwickelt, die da am Fuss des mächtigen Vulkans leise brodelt. Die Menschen, die hier leben, arbeiten hart und haben kaum Zeit für grosse Träume. Die Tochter will gut verheiratet sein, dafür gibt man das Letzte. Aber unter den Jungen wachsen doch andere Sehnsüchte. Denn hinter dem alles dominierenden Vulkan soll ein anderes Land liegen, in dem alle Menschen ein Auto besitzen. Das, was von den USA im Dorf ankommt, ist wenig, aber anziehend genug, dass einer wie der Plantagenarbeiter Pepe sich aufmacht, es mit eigenen Augen zu sehen. Bustamante entwickelt seine Erzählung von der jungen Frau, die sich am Fusse eines Vulkans einem jungen Mann hingibt, um mit ihm eine andere Welt zu erfahren, in einer faszinierenden Fusion von grossem Leinwand-epos im Cinemascopeformat und intimer Betrachtung des indigenen Lebens. Alles ist gespielt, aber alles strahlt eine Wahrhaftigkeit aus, der man nicht mehr allzu häufig begegnet im Kino und der man sich kaum entziehen kann. Der Filmemacher fühlt dem indigenen Leben den Puls. Walter Ruggle
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La nación clandestina - Die geheime Nation (1989)
Jorge Sanjines
Bolivien
126′
"La nacion clandestina" heisst übersetzt "Die verborgene Nation". Der bolivianische Filmemacher, der zu den bedeutendsten des Kontinents zählt, tönt damit an, dass es in einem Land wie Bolivien, dessen gesellschaftliches und politisches Leben seit Jahrhunderten von den Nachfahren spanischer Eroberer und deren Kultur geprägt wird, noch immer eine starke innere "Nation" gibt, jene der Aymara-Indios. Sie wurden zwar unter die Gesetze, die Religion und die wirtschaftliche Ausbeutung der Eroberer genommen, haben aber die Jahrhunderte dank ihrer widerstandsfähigen eigenen Kultur erstaunlich gut überstanden. Frisch restauriert bieten wir diesen Klassiker des lateinamerikanischen Kinos erstmals und exklusiv im Streaming an. Sebastian, die Hauptfigur des Filmes, vom Dorf einst des Diebstahls beschuldigt und verstossen, findet in der Stadt sein Glück nicht. Er wechselt den Namen, tauscht den Poncho gegen Jeans ein, verdient sich mit eigenartigen Aufträgen seinen Lebensunterhalt und landet heimatlos im Alkohol. Er will heimkehren, um in einem alten Aymara-Tanzritual zu sterben, sich und seine Ehre wieder zu finden.
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Hyènes - Besuch der alten Dame (1992)
Djibril Diop Mambéty
Senegal
111′
Am 5. Januar 2021 wäre Friedrich Dürrenmatt 100 Jahre alt geworden. Bei uns gibt's einen Klassiker des grossen Dramatikers in Szene gesetzt im Senegal von einem Meister des afrikanischen Kinos in restaurierter Fassung. Die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes Colobane leben in Armut. Eines Tages kehrt Linguère Ramatou, eine Frau mit einer goldenen Fussprothese, an den Ort ihrer Herkunft zurück, «reich wie die Weltbank». Der Händler des Ortes hat sie einst geschwängert und seine Vaterschaft verleugnet; jetzt will sie Rache nehmen, sich «Gerechtigkeit kaufen»: 100 Milliarden bietet sie den Einwohnerinnen und Einwohnern, um den Händler zu töten. Die weigern sich zuerst - «Wir sind Afrikaner, aber die Dürre hat uns zu keinen Wilden gemacht!» -, erliegen aber nach und nach den Verlockungen des Komforts. Ramatou präsentiert sich als Parabel über Kolonialismus und Konsumismus, deren tückische Ironien sich einfacher Deutung widersetzen. Am Ende, nach vollzogener Tat kommen Bulldozer und machen Colobane dem Erdboden gleich. Die Elefanten ziehen weiter.
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Félicité
Alain Gomis
Kongo, Demokratische Republik
124′
Was für eine feine Liebesgeschichte! Félicité ist eine stolze, unabhängige Frau, die als Sängerin in einer Bar in Kinshasa arbeitet. Wenn sie auf die Bühne geht, scheint sie den Alltag zu vergessen, lassen sich alle vom Rhythmus der melancholischen und kraftvollen Melodien anstecken. Als Félicités Sohn nach einem Unfall im Krankenhaus liegt, versucht sie verzweifelt, das Geld für eine Operation aufzutreiben, während Tabu ihren Kühlschrank flickt. Dieser Film ist eine Wucht, erzeugt durch seine elementar wirkenden Kräfte: Eine Frau, die Liebe, die Musik, die Stadt Kinshasa, das wunderbar Krude der Bilder. Die Sängerin und Theaterschauspielerin Véro Tshanda Beya verkörpert die starke Frauenfigur Félicité, und es kommt nicht alle Tage vor, dass das Wort verkörpert dermassen angebracht ist wie hier. Die Geschichte, die uns Alain Gomis erzählt, ist eine denkbar einfache. Sie könnte sich überall auf der Welt abspielen, wo die Verhältnisse prekär sind: Eine Mutter setzt sich dafür ein, dass ihr mit dem Motorrad verunglückter Sohn im Spital operiert wird. Wie der in Frankreich geborene Filmemacher mit Wurzeln in Senegal und Guinea-Bissau sie erzählt, ist atemberaubend und herzergreifend. Von den ersten Einstellungen an lädt er uns ein zu einem fiebrigen Trip nach Kinshasa, in die Nacht der Grossstadt, in die von Smog und Hitze diesig flirrende Stimmung, in den Rhythmus eines Alltags und seiner Musik, in eine überraschende Liebesgeschichte. Schon lange habe ich keinen afrikanischen Film mehr gesehen, der so feinfühlig erzählt von der Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn, von der menschlichen Würde, um die eine Frau absolut kompromisslos kämpft, und von einer zwischenmenschlichen Annäherung, die uns Afrika nahe bringt, aus der wir viel mitnehmen können in unseren Alltag. Félicité versucht nicht einen Augenblick, etwas zu beschönigen. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass der Film so direkt rüberkommt. Alain Gomis hat schon in Aujourd’hui sein Talent als Erzähler in direkter Rede bewiesen. In Félicité verfeinert er es und kann auf die unglaubliche Ausstrahlung von Véro Tshanda Beya setzen, auf Papi Mpaka auch, der in stoischer Ruhe Félicités Kühlschrank flickt und ihr und dem Sohn näher kommt. Wer das Kino pur liebt: Nichts wie hin! Walter Ruggle
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Pyaasa (1957)
Guru Dutt
Indien
143′
Der Spielfilm «Pyaasa» vom indischen Schauspieler und Regisseur Guru Dutt (1925-1964) ist 1957 entstanden und also sechzig Jahre alt. Es ist dies ein viel zu wenig bekanntes Meisterwerk, längst ein Klassiker, den wir hier in neuer, restaurierter Fassung präsentieren können: Ein zeitlos und unsterblich schönes Melodrama, das auch die Lebensgeschichte seines Autors mit geprägt hat und herausragt aus der kommerziellen Filmproduktion durch seine eigenständige Gestaltungsweise. Pyaasa ist der absolute Lieblingsfilm von Bollywoodstar Aamir Khan (Lagaan). Vijay, von Guru Dutt selber verkörpert, ist ein erfolgloser Dichter, dessen Arbeit nicht einmal von seinen Brüdern ernst genommen wird. Er wird als Taugenichts betrachtet und treibt sich in den Strassen Kolkatas herum. Auf der Suche nach Liebe und Anerkennung trifft er hier auf die wunderschöne Gulabo (Waheeda Rehman), eine Prostituierte, die auf Anhieb von seinen Gedichten fasziniert ist und sich in ihn verliebt. Vijay begegnet auch seiner Jugendfreundin Meena aus der Schulzeit und findet heraus, dass sie mit dem bekannten Verleger Mr. Ghosh verheiratet ist. Dieser stellt ihn als Diener ein, um mehr über ihn und Meena herauszufinden. Anerkennung findet Vijay weiterhin nicht, im Gegenteil: Er landet in einer Psychiatrischen Klinik, aus der er sich mit Hilfe eines Freundes befreien kann. Mindestens so berührend wie der Film sind die Geschichten, die ihn und seine Entstehung umranken. Es sollte Guru Dutts zweitletzte Regiearbeit werden. Der Filmemacher hatte sich hoffnungslos in seine spätere Hauptdarstellerin Waheeda Rehman verliebt, für die er sozusagen «Pyaasa» drehte, während ein Teil der Lieder von seiner Frau Geeta Dutt gesungen wurden. Sie verlieh ausgerechnet der Geliebten ihres Mannes die Singstimme.
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Nabat
Elchin Musaoglu
Aserbaidschan
106′
Homage an die Mütter Ausgehend von einer wahren Geschichte, erzählt Elchin Musaoglu in seinem zweiten Spielfilm von der alten Bäuerin Nabat und ihrem kranken Mann, die auf ihrem Hof ausharren, während das nahe Dorf wegen wachsender Kriegsgefahr zur Geisterstadt wird. Nabat spielt in Berg-Karabach, der seit langem umkämpften Grenzregion zwischen Aserbaidschan und Armenien, in der es in den 1990er Jahren zum offenen Krieg kam. Der Film beginnt wie eine soziale Chronik, bis sich mit dem Tod von Nabats Mann eine überraschend fantastische Atmosphäre einstellt. Am Tag nach der Beerdigung kehrt Nabat ins Dorf zurück, das komplett menschenleer ist und offensichtlich in grosser Eile verlassen wurde. Alles wurde liegengelassen, ein Bühnenbild wie aus einem Katastrophenfilm. Voller subtiler Anspielungen und bisweilen offen Tarkowski zitierend, überrascht Nabat: ein Film, der ein aktuelles aber verdrängtes Thema formal bravourös umsetzt und nicht umsonst an wichtigen Festivals der Welt gezeigt wurde.
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Piravi - Geburt (1988)
Shaji N. Karun
Indien
108′
Der indische Spielfilm "Piravi" erzählt von einem Vater, der mit Frau und Tochter auf die Rückkehr seines Sohnes wartet. Ein Film, der in sich ruht, der uns wundersam den Fluss der Zeit vor Augen führt. "Du bist ungeduldig, Vater", meint die Schwester von Raghu, der seine Heimkehr angekündigt hatte und auf sich warten lässt. Und sie fährt lakonisch fort: "Ein Tag früher oder später". - "Piravi" (Geburt) vom Inder Karun Shaji ist einer jener Filme, in denen sich die Zeit in einer anderen Dimension zu entfalten scheint als derjenigen, die unseren Alltag prägt. Hetze, Hektik, Nervosität, Ungeduld und daraus resultierende Gereiztheit: Das sind Fremdwörter in jenem Flecken Welt, an dem Raghus Familie wohnt. Wenn der Vater sich zur Busstation aufmacht, um seinen Sohn zu begrüssen, so ist das allein schon eine kleine Reise, die er unternimmt. In ihrem Zentrum steht die kurze Bootsfahrt über den Fluss, ein sinnbildliches Übersetzen von einem Ufer zum anderen, eine Bewegung des Lebens. Raghu, der Sohn, kommt nicht. Er trifft am ersten Abend nicht ein, und auch nicht an den folgenden Tagen. Allmählich tauchen Gerüchte auf, er sei in der Stadt verhaftet worden, weil er sich an seiner Fakultät politisch unvorsichtig geäussert habe. Der Vater verdrängt den Gedanken daran, dass seinem Sohn etwas zugestossen sein könnte, bis er dann doch aufbricht und eine kleine Weltreise unternimmt: die Fahrt in die grosse Stadt. Das alles, der ganze Handlungsfaden, spielt in Shajis Film eine zweitrangige Rolle. Im Zentrum steht eine meditative Form, in der selbst der Monsunregen seine Schönheit zurückgewinnt. Man spürt es in jeder Einstellung, dass der junge indische Regisseur als Kameramann ausgebildet wurde und als Kameramann gearbeitet hat, denn jedes einzelne Bild ruht gewissermassen in sich selbst, trägt jene Stimmung mit, die den ganzen Film, diese liebevolle Suche nach der ungebrochenen Familienbande prägt. Aus den monochron reich wirkenden Bildern, die alles Grelle meiden, wachsen die verblüffendsten, bisweilen kontrapunktisch gesetzten Töne; ihnen schenkt Shaji eine ebensowichtige Bedeutung und sehr viel Aufmerksamkeit. Sein Film singt uns ein mehrstimmiges Lied von innerer Ruhe, stimmt eine Wassermusik an, auf der wir gleichsam dahingleiten. Und gleichzeitig thematisiert er unaufdringlich ein inneres Gefälle in einem Staat wie Indien, der von kolonialen Spuren unauslöschlich geprägt ist, in dem der Gegensatz zwischen Land und Stadt immens ist. Das politische ist immanent. Shaji führt uns dies in wenigen, dafür präzis komponierten Einstellungen vor Aug und Ohr, in einer Filmsprache, die wie ihre Handlung auf falsche Hektik verzichtet und mit sanften Impulsen sich auf dem Fluss des Lebens bewegt, eines Lebens, das im Auszug aus dem Upanishaden, einem heiligen indischen Text, im Prolog als stetig wiederkehrendes existiert, in dem der Tod Anfang bedeutet, das Wasser Leben. Walter Ruggle
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Highway
Deepak Rauniyar
Nepal
72′
Ein Mann aus Kathmandu, der erfolglos probiert, mit seiner Frau ein Kind zu bekommen, sucht einen Wunderheiler in den östlichen Bergen Nepals auf. Der hat tatsächlich einen Zaubertrank parat. Allerdings muss der Mann innerhalb von 36 Stunden zurück zu seiner Ehefrau, sonst wirkt die Medizin nicht mehr. Im Bus, der sich durch die engen Strassen, Hügel und Täler Nepals quält, sitzen noch mehr Menschen, die dringend woanders sein müssten: den Internetchat-Lover treffen, Geld für Medikamente überbringen, die Eltern sehen. Aber die Reisegruppe muss immer wieder pausieren, weil Generalstreiks, Staus, Pannen und aufgebrachte Dorfbewohner den Bus aufhalten. Ein paar der Hindernisse werden von den Passagieren überwunden, die sich während des Trips immer besser kennenlernen. Sie verkleiden sich gar als Hochzeitsgesellschaft, um weiterfahren zu dürfen. Zu Hause hat sich allerdings in der Zwischenzeit alles geändert. Der Erstlingsfilm von Deepak Rauniyar, der mit einem Minibudget, einer Handvoll begeisterter Darsteller und improvisierten Dialogen in einem der ärmsten Länder der Welt gezaubert wurde, ist ein Roadmovie voller Überraschungen und Leidenschaft - und eine kompromisslose Darstellung der nepalesischen Realität.
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Yeelen (1987)
Souleymane Cissé
Mali
106′
Ein Schlüsselfilm Afrikas in restaurierter Fassung! Der junge Nianankoro steht an der Schwelle zum Erwachsensein und soll deshalb mit dem Wissen und den Fähigkeiten vertraut gemacht werden, die es ihm ermöglichen, die ihn umgebenden Kräfte zu beherrschen. Sein Vater ist ein mächtiger Magier, der mit allen Mitteln verhindern will, dass ihm sein Sohn ebenbürtig wird. Er wäre sogar bereit, ihn zu töten. Nianankoros Mutter verhindert dies und schickt ihren Sohn auf eine Reise, auf der er jenes Wissen erwerben soll, das es ihm erlauben wird, seinem Vater selbständig gegenüberzutreten. Yeelen ist ein visionärer Film über den Weg des Erwachsenwerdens, ein Film von einer inneren Schönheit, die sich nicht einfach mit Worten beschreiben lässt, voller Tiefe, Innigkeit und sanftem Humor. Yeelen ist auch einer der wichtigsten und nachhaltigsten Filme des afrikanischen Kinos. Er hatte schon bei seiner ersten Präsentation in den 80er Jahren in Cannes Aufsehen erregt und dem schwarzafrikanischen Filmschaffen zu besserer Wahrnehmung im Norden verholfen. Yeelen begeistert noch heute beim Entdecken wie beim Wiedersehen, noch immer bestechen die Bilder Cissés, taucht man ein in die archaisch anmutende Geschichte, in der es nicht zuletzt um die Wahrnehmung geht und um das Sehen. Walter Ruggle
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Wilaya
Pedro Pérez Rosado
Westsahara
88′
Fatimetu, Kind einer Sahraui-Familie, wird in einem Sahara-Flüchtlingscamp in Algerien geboren und später als kleines Mädchen zu Gasteltern nach Spanien geschickt. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie zu deren Beerdigung in das Camp zurück. Inzwischen sind 16 Jahre sind vergangen, hat sie sich ans Leben in Spanien gewöhnt, ja sie kennt fast nichts Anderes. Der Bruder erwartet, dass sie nun bleibt und sich fortan um ihre gehbehinderte Schwester Hayat kümmert. Sie selber ist verunsichert, scheint zu spüren, dass sie von hier stammt, zu wissen, dass sie an ein anderes Leben gewohnt ist und zu wünschen, dass sie etwas zur Besserung der Situation der Menschen hier leisten kann. Im Gegensatz zu den anderen Frauen im Camp kann Fatimetu Auto fahren, und so beschäftigt sie sich fürs Erste damit, dass sie Tiere, Fleisch und Brot vom einen Verwaltungsbezirk zum anderen transportiert. Nach und nach scheinen sich die Sahraui an die Frau zu gewöhnen und zu akzeptieren, dass sie unverhüllt in ihrem alten Jeep durch den Wüstensand braust. Doch Fatimetu ist hin- und hergerissen zwischen dem Leben in der Wüste und den Erinnerungen an Familie und Freunde in Spanien. Der Schwebezustand, in dem sie sich selber befindet, kann für den Zustand der Menschen im Camp stehen, die von hier sind, aber sich nur wenig bewegen können, weil die Situation ihres Volkes eine ungewisse ist, ein jahrelanger Schwebezustand schon. Man hat ihnen den Boden genommen, sie haben gekämpft und warten. In der grossartigen Landschaft der Wüste, in dieser immensen Leere, in der anderes wichtiger wird als das, was unseren Alltag in Europa prägt, hier wirkt alles verlangsamt, scheint alles aufs schiere Menschsein reduziert. Der Spanier Pedro Pérez Rosado, der die Situation der Sahrauis bestens kennt und dokumentiert hat, nähert sich ihnen in Wilaya in Form eines Spielfilm, in dem er über die Heimkehrende einen Bogen nach Spanien spannt, zur ehemaligen Kolonialmacht. Im ersten Moment mag es erstaunen, dass in diesem Film so viel Spanisch gesprochen wird, aber diese Sprache ist gängig und hat mit der Vergangenheit zu tun. Der Spanier will uns mit seinem Film vor Augen führen, dass die Situation hier in der Sahara eine unhaltbare ist. Die maurische Volksgruppe der Sahraui wartet in Algerien noch immer auf ein Referendum, das ihren völkerrechtlichen Status definiert. In ausgesprochen poetischen, konzentrierten Bildern zeigt Pedro Pérez Rosado viel mehr als nur die Wiedervereinigung zweier unterschiedlicher Schwestern oder den Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen: Er lässt Menschen aus der Sahara selbst von ihrer politischen und gesellschaftlichen Situation erzählen. Er lässt uns teilhaben an ihrem Alltag im Camp, an den kleinen Fluchten auf die immensen Dünen etwa, wo die ganze Welt hinter dem Sand verschwunden ist und die beiden Frauen allein sind. Beeindruckend sind die Aufnahmen, die Kameramann Oscar Duran in diesen Weiten gemacht hat, die uns selbst die Trockenheit in der Luft spüren lassen, mitunter den Sand zwischen den Zähnen und vor allem auch den Rhythmus des Lebens hier, wo Eile ein Fremdwort ist weil Eile einen nicht weiter bringt. Besonders eindrücklich erscheint die Figur der Schwester Hayat, die wie andere auch sich selber spielt und über die Dokument und Fiktion sich am intensivsten berühren. Zur Situation der Sahrauis gehört es, dass jemand wie die lebensfrohe Hayat kaum Chancen auf eine angemessene ärztliche Betreuung hat, auch das zeigt Rosados Film. Der Blick Hayats bleibt in Erinnerung, das Bild der beiden Schwestern auf der Düne, die Hoffnung, dass es bald einmal einen Ausweg aus ihrer Situation gibt.
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Mortu nega (1988)
Flora Gomes
Guinea-Bissau
92′
Mitten im Unabhängigkeitskrieg von Guinea-Bissau macht sich Diminga auf die Suche nach ihrem Mann Sako, der an vorderster Front mitkämpft. Das Land ist ruiniert, der Tod überall, doch die Hoffnung auf ein Leben danach bleibt bestehen. Diminga findet ihren Mann und rettet sein Leben. Als der Frieden endlich Einzug hält, müssen die beiden wieder lernen, miteinander zu leben in einem zerstörten Land, das von einer Dürre heimgesucht wird.
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Muna moto (1975)
Jean-Pierre Dikongué-Pipa
Kamerun
90′
Ngando und Ndomé sind verliebt. Ngando möchte Ndomé heiraten, aber ihre Familie erinnert ihn daran, dass die traditionelle Mitgift geregelt werden muss. Leider ist Ngando arm und kann die Tradition nicht erfüllen. Ndomé ist schwanger und trägt sein Kind. Nach der Dorftradition muss sie einen Ehemann nehmen, zumindest einen, der es sich leisten kann, die Mitgift zu bezahlen.
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Kick Off (2009)
Shawkat Amin Korki
Irak
81′
Das Fussballstadion in Kirkuk, dem kurdischen Norden Iraks, ist der Hauptschauplatz des neusten Spielfilms von Shawkat Amin Korki. Hier haben sich die verschiedensten Familien eingenistet, um darauf zu warten, dass sich ausserhalb des Stadions das Leben wieder normalisiert. Ihr improvisierter Alltag ist zur Normalität geworden. Ein zärtlicher Film über einen explosiven Zustand, eine Komödie, die die Tragödie erst richtig zeigt. Jede Minute eine Kostbarkeit Der Irak, ein Filmland? Das würde man kaum sagen, denn man weiss: Das Land hat schwere Zeiten hinter sich und diese alles andere als überwunden. Umso erstaunlicher wirkt der kleine Film Kick Off aus dem nördlichen Kirkuk, der Hauptstadt der kurdischen Bevölkerung. Der Kurde Shawkat Amin Korki, der bereits mit seinem Erstling Crossing the Dust Aufsehen erregt hat, inszeniert in einem ausgedienten Fussballstadion ein Stück Gegenwart, in dem die Realität Komödie spielt und die Menschen auf eine Zukunft warten, die vielleicht einmal kommt und vielleicht auch nie. Die Gegenwart ist alles, was sie haben, jede Minute eine Preziose, denn schon die nächste kann die letzte sein. Das gilt ja eigentlich überall auf der Welt und für alles Leben, aber hier und in diesem Stadion, das zum Lebensraum einer bunten Menschengruppe geworden ist, ganz besonders intensiv und verrückt. Der Film Kick Off hatte seine Premiere im reichen südkoreanischen Pusan, einer Millionenstadt mit einem der wichtigsten Filmfestivals der Welt und Shopping-Malls als Veranstaltungsorten. Gerade in diesem konsumorientierten Umfeld packte die mit spärlichsten Mitteln äusserst subtil erzählte Geschichte, weil ihr Autor uns nichts vormacht. Korki hat sich für Schwarzweiss als Hauptfarbe entschieden und darin einzelne Tupfer eingebaut, die mit zum Charme seiner stillen Komödie gehören und zum Spiel, das er sich erlaubt. Es ist, als würde er uns bedeuten: Verliert nur zwei Dinge nie im Leben: Die Liebe und den Humor. Auch wenn alles zum Verzweifeln ist. Walter Ruggle
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Blind Dates
Levan Koguashvili
Georgien
99′
Mit 40 Jahren lebt der Lehrer Sandro noch immer bei seinen Eltern, die sich ständig in sein Privatleben einmischen. Die «Blind Dates», zu denen ihn sein Freund Iva drängt, interessieren ihn kaum. Bei einem Ausflug ans Schwarze Meer verliebt Sandro sich in die Friseurin Manana. Als deren Ehemann vor-zeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, nimmt Sandros Situation absurde Dimensionen an. Eine trockene Komödie in bester georgischer Tradition. Kaurismäki auf georgisch Soll man sagen, da kommt ein georgischer Kaurismäki? Man könnte, es gäbe genügend Gründe: Levan Koguashvili versteht es, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, auf ein paar wenige Figuren, die er liebevoll zeichnet, die den Blues der Zeit auf ihren schmalen Schultern tragen und verloren dastehen in einer überschaubaren kleinen Welt. Sie ist ihnen allen irgendwie auch so zu gross. Wie der Finne versteht es der Georgier, seine Figuren mit voller Zuneigung in Dekors zu inszenieren, die mindestens soviel erzählen wie die Handlung selbst. Die Kargheit gehört zu den Qualitäten. Nichts wirkt überhöht, alle sind ihrem Schicksal ergeben und tragen es mit stoischer Fassung. Aki Kaurismäki dürfte seine Freude haben an diesem Wesensverwandten aus dem Kaukasus. So weit schweifen muss man allerdings nicht, denn die Ahnen dieser Form des Kinos stammen nicht aus Finnland: Sie arbeiteten zum Beispiel zur Zeit der Sowjetunion in Georgien, wo das Filmschaffen vergleichsweise unabhängig und frei sich entfalten konnte. Otar Iosseliani und Eldar Schengelaja seien als zwei Beispiele von Filmschaffenden erwähnt, die den Lauf der Dinge im Stand der Zeit mit Ruhe und visuellem Scharfsinn zu betrachten verstanden und uns in den 1960er bis in die frühen 80er Jahre mit meisterlichen Arbeiten beglückten. Beim einen war es die Poesie des Alltags, die ihre Blüten treiben konnte, beim anderen die Absurdität der Bürokratie. Levan Koguashvili nun erzählt von den zwischenmenschlichen Beziehungen im Allgemeinen - eine der aburdesten Szenen spielt in einer Wohnung von Trauernden - und von den Schwierigkeiten eines Lehrers im Besonderen, der doch endlich eine Frau finden sollte. Er tut das in einer Lakonie, die eine stille Sprengkraft hat, einen absolut trockenen Humor: Exquisiter kaukasischer Blues. Walter Ruggle
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Luzzu
Alex Camilleri
Malta
95′
Jesmark ist ein junger Fischer auf der Insel Malta, den die Umstände im Meer zwingen, die Tradition seiner Familie hinter sich zu lassen und alles zu riskieren. Um seine Freundin und sein neugeborenes Baby zu versorgen, begibt er sich in die Welt der Schwarzmarktfischerei. Selten erlebt man die Situation eines traditionsreichen Berufs im Mittelmeer so hautnah und in allen Facetten. Alex Camilleris Spielfilmdebüt ist ein berührendes und mitreissendes Drama, das vor malerischer Kulisse einen seltenen Blick auf Malta wirft.
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This is not a Burial, it's a Resurrection
Lemohang Jeremiah Mosese
Lesotho
117′
In Nazareth in der malerischen Berglandschaft Lesothos erfahren die Leute, dass ein Stausee entstehen soll und alle umsiedeln müssen. Die Einzige, die sich vehement dagegen wehrt, ist die alte Witwe Mantoa, die mit ihrem Leben abgeschlossen hat und sich eigentlich den Tod herbeisehnt. Aber: Sie will wie ihre Vorfahren in dieser Erde begraben werden und beschwört die althergebrachten Werte der Basotho. Sie gewinnt dadurch neue Lebenskraft und entfacht den kollektiven Geist des Widerstands in der Dorfgemeinde. Es ist nicht alltäglich, dass wir einen Film aus Lesotho zu sehen bekommen. Sein Titel beschreibt die Wiedergeburt der alten Mantoa, ihre Auferstehung angesichts des notwendig gewordenen Widerstands gegen die Tatsache, dass ihr die ewige Ruhe am Ort ihres Lebens genommen werden soll. Lemohang Jeremiah Mosese weiss, wovon er erzählt in seinem ersten Spielfilm. Und er weiss, woher er kommt. Sein Film hat einen ausgesprochen beschaulichen Rhythmus wie das Leben im Tal von Nazareth. Mitunter hat man das Gefühl, ein Gemälde zu betrachten von einem grossen flämischen Meister, der biblische und mythologische Szenen auf Leinwand bannte.
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Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu
Ciro Guerra und Cristina Gallego
Kolumbien
125′
In den 1970er-Jahren verschlägt es eine Wayúu-Familie in Kolumbien in den florierenden Drogenhandel, den die Bedürfnisse nordamerikanischer Jugendlicher in Fahrt bringen. In der Wüste von Guajira übernimmt eine indigene Familie eine führende Rolle im Handel mit Marihuana und kommt auf den Geschmack von Reichtum und Macht. Das ist atemberaubend erzählt, packend inszeniert, exzellent gespielt und grandios gefilmt. Ein Familienclan Schon der ethnografisch anmutende Einstieg in die Filmhandlung ist eine Wucht und zeugt von der präzisen Beobachtungsgabe der Filmschaffenden und von dem, was ihnen elementar wichtig ist: Die Menschen vor Ort. Ciro Guerra und Cristina Gallego, die bereits den berauschenden Spielfilm El abrazo de la serpiente in den Amazonas-Urwald hineingezaubert haben, wollen die Geschichte des beginnenden Drogenhandels aus der Perspektive der betroffenen Bevölkerung erzählen, wollen ihre Gesichter zeigen, ihre Traditionen, ihre Form des Erzählens auch. Die Wayúu leben auf der Karibik-Halbinsel Guajira in Kolumbien und im benachbarten Venezuela. Sie sind die grösste indigene Bevölkerungsgruppe der Region und ihre Sprache Wayuunaiki wird von gut 300’000 Menschen gesprochen. Die Schilderung der Geschichte eines Familienclans, die Cristina Gallego und Ciro Guerra auf der Basis von realen Begebenheiten zu einem lateinamerikanischen Spiel mir das Lied vom Tod choreografiert haben, ist der oralen Erzähltradition der Wayúu verpflichtet und mit Bewusstsein für Genres wie für Ethnografisches fesselnd inszeniert. Einfache Bauern mutieren da ohne Vorbereitung zu Geschäftsleuten in einem von aussen aufgesetzten System, dessen Spielregeln ihre eigenen durcheinanderbringen. Birds of Passage schenkt den Wayúu Gehör, bietet eine andere Perspektive auf eine vermeintlich bekannte Geschichte. Und er geht ans Grundsätzliche, denn ob wegen Marihuana für Nordwestler in Kolumbien getötet wird oder für das Cobalt der globalen Handyproduktion im Kongo: Von den Opfern vor Ort spricht kaum jemand. «Wir haben die Seele verloren - niemand beschützt uns mehr», erkennt die Mutter am Ende des Films, der dem Mechanismus des Kapitalismus in die Fratze blickt. Walter Ruggle
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Jazz on a Summer's Day (1958)
Bert Stern
USA
83′
Newport 1958, ein Sommertag. Zwei Ereignisse treffen aufeinander: Das Newport Jazz Festival und die Segelregatta America Cup. Mittendrin der Fotograf Bert Stern, weltbekannt durch seine Fotosession „Last Sitting“ mit Marilyn Monroe. Wie in seinen Bildern gelingt es Stern auch hier – in impressionistisch anmutenden Momentaufnahmen — die Persönlichkeiten der Porträtierten zu erfassen, seien es die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne oder scheinbar willkürlich herausgegriffene Gesichter aus dem Publikum, in denen sich Lebensfreude, Entspannung und Entrückung spiegeln. Stern entfaltet die Bandbreite der grossartigen Musikerinnen und Musiker, ist ganz bei ihnen und dem Publikum. Die Performance von Rock’n’Roller Chuck Berry reisst mit und animiert zum Tanzen, aber Stern illustriert auch die ganz leisen Töne, deren Herbeizaubern eine unglaubliche Konzentration, Kraft und Anstrengung erfordern kann. Zwischendrin tanzt ein fast körperlos wirkender, hellblauer Anzug und niemand kann sich dem Charme eines Louis Armstrong oder einer Mahalia Jackson entziehen, deren inbrünstige Performance den Sommerabend beschliesst.
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Unerhört jenisch
Martina Rieder
Schweiz
93′
Stephan Eicher spielt mit dem Bild des Zigeuners und sucht mit seinem Bruder Erich nach seinen jenischen Wurzeln. Die Spur führt in die Bündner Berge, zu den einst zugewanderten Familien Moser, Waser und Kollegger und ihrer legendären Tanzmusik. Die Familien leben eine faszinierende und leidenschaftliche Musiktradition. Sie prägt die Schweizer Volksmusik, sucht den Blues, brilliert als Chanson oder rebelliert im Punk. In «Unerhört jenisch» erzählt Martina Rieder aber auch eine bis anhin ungehörte Geschichte mit vielen Facetten und Tonlagen. Ein Film über das Geheimnis des besonderen Sounds.
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Eduardo Falú (2009)
Oliver Primus Arno Oehri
Argentinien
81′
Das ist ein poetischer Reisebericht zur einzigartigen Musik des argentinischen Maestro Eduardo Falú (1923 - 2013) und gleichzeitig ein lebensnahes Portrait dieses grossartigen Musikers. Ausgehend von seiner speziellen Beziehung zur Landschaft im Nordwesten Argentiniens, zu seiner Heimatstadt Salta, zu den weiten Ebenen der Pampa, zum hochaufragenden Gebirge der Anden mit seinen dramatischen Schluchten, fruchtbaren Tälern und kargen Hochebenen, verfolgt das Filmportrait die Stationen seines Lebens und seiner Karriere.
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Utopia Blues (2001)
Stefan Haupt
Schweiz
94′
Total leben oder total sterben! Nichts dazwischen. Der 18-jährige Rafael Hasler will seine Utopien in die Tat umsetzen, kompromisslos das tun, was er für richtig hält. Sein grösster Wunsch: als freier Musiker die Welt zu erobern. Doch seine Sehnsüchte und Ideale wachsen ihm über den Kopf, treiben ihn aus der Bahn, über die «Sicherheitslinie» hinaus. «Das Leben ist ein Spiel», sagt er, doch unverhofft wird daraus bitterer Ernst. Wieviel Freiheit ist erlaubt? In seinem ersten Spielfilm «Utopia Blues» verarbeitet Stefan Haupt wahre Begebenheiten. Eine Mutter hatte dem Regisseur ihre Aufzeichnungen über das Leben und Sterben ihres Sohnes übergeben. Haupt hat sie bearbeitet und zu einer eigenen Geschichte entwickelt, in der er von Lucas, dem unbeugsamen, unangepassten Jüngling erzählt, der seine Freiheit und seinen Weg in absolutem jugendlichem Ungstüm sucht. Mit seiner Radikalität überfordert er allerdings sowohl das gesellschaftliche System als auch seine Mutter. Das ist ein ausgesprochen authentisch anmutender Film über das Erwachsenwerden und über soziale Zwänge, Normierung, Wut und Ohnmacht, packend in seiner Ausgestaltung, hervorragend gespielt und gerade in den heikeln Momenten mit grosser Sensibilität erzählt. «Utopia Blues» wurde mit guten Gründen als bester Schweizer Spielfilm ausgezeichnet, sein Hauptdarsteller Michael Finger gleichzeitig als bester Schauspieler gewürdigt.
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Opera Jawa (2006)
Garin Nugroho
Indonesien
115′
Ein Seh- und Hörerlebnis der besonderen Art, ein Gesamtkunstwerk mit Sprengkraft. Der indonesische Regisseur Garin Nugroho, der für die Vielfalt seiner erzählerischen Stile und die mutige Bewältigung umstrittener Themen bekannt ist, hat mit «Opera Jawa» seinen vielleicht klarsichtigsten Film geschaffen. Er feiert darin traditionelle Formen von Gamelan-Musik, Tanz und Performances und verbindet diese mit zeitgenössischen Gesangs- und Tanzstilen sowie mit Drehorten, die moderne Installationskünstler transformiert haben. Dabei hat er eine neue Form des Musicals ins Leben gerufen, eine «Oper für das 21. Jahrhundert». Er adaptiert eine der berühmtesten Geschichten des «Ramayana», des grossen Klassikers der indischen und südostasiatischen Literatur. Es ist die Geschichte eines leidenschaftlichen Liebesdreiecks: Die schöne Siti und ihr Ehemann betreiben eine Töpferei, aber die Dinge laufen nicht so, wie sie sollten, und als ihr Mann Setio fort ist, versucht der mächtige und skrupellose Händler Ludiro sie zu verführen. Siti verfängt sich in den Stricken eines Konflikts. Mit bewundernswerten Leistungen seiner drei Hauptdarstellenden und dazu den Kompositionen des berühmtesten Gamelan-Maestros Rahayu Supanggah, hat Nugroho einen Film geschaffen, dem es auf erstaunliche Weise gelingt, freudig multikulturellen Selbstausdruck zu feiern und zugleich ein Requiem über den Schmerz zu sein. Die Religionsfrage ist auch in Indonesien brisant, einem muslimischen Staat mit starken fundamentalistischen Strömungen. Garin Nugroho ist selbst Muslim, aber in seinem alltäglichen Leben in Yogyakarta gibt es viele andere multikulturelle und religiöse Einflüsse. Die Bilder und Symbole, die in Yogyakarta verwendet werden, stammen oft aus dem Hinduismus, ist der Islam doch noch nicht allzu lange im Inselstaat zu Hause. Nugroho wehrt sich dagegen, dass die Regierung die Religion als politisches Mittel einsetzt. Nugroho feiert die visuellen und akustischen Dimensionen des Kinos. Kino, das sind Bilder, das sind Bewegungen, ist die Erzählung. Drei Dimensionen, die er mit all ihren ästhetischen Mitteln ausschöpft. Farben und Lichter charakterisieren jede der Szenen, verleihen ihnen atmosphärische Dichte und dem Geschehen bei aller Härte Zärtlichkeit und Harmonie. Die Erzählung ist von Musik beseelt. Gefühle der Figuren oder Kommentare des Chors werden durch den Gesang zum Ausdruck gebracht und zeugen von den durchlebten Prüfungen. Durch den Tanz erst kommt die Sinnlichkeit zum Ausdruck, die Gefühlswelt und das Umherirren, das Zweifeln der Helden. Die Musik ist in Form des Gamelanorchesters nicht nur hörbar: sie ist auch sichtbar und damit Teil des visuellen Konzepts. Diese aus Glockenläuten, Perkussionen und Gongs zusammengesetzten musikalischen Formen stammen aus Jawa und aus Bali und sind bewusst und nachdrücklich ins Bild gesetzt.
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