Der unverhoffte Charme des Geldes

Denys Arcand, Kanada
128 Minuten
Pierre-Paul hat einen Doktortitel in Philosophie, doch trotzdem arbeitet der Mitdreissiger als Kurier - für ihn der Beweis, dass er zu intelligent ist, um erfolgreich zu sein, weil diese Welt von Dummheit regiert wird.
5.
Sundown
Michel Franco
Frankreich
82′
Acapulco, Mexiko: In einem Luxushotel am Strand verbringt Neil (Tim Roth) mit Alice (Charlotte Gainsbourg) und ihren Kindern entspannte Urlaubstage. Das Idyll hat ein Ende als Alice ein Anruf aus London erreicht: Ihre Mutter ist gestorben. Während sie umgehend zurück nach London reist, um sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, kehrt Neil vom Flughafen an den Strand zurück - angeblich hat er seinen Pass im Hotel liegen lassen. Um einer Rückkehr in sein Leben zu umgehen, lügt er Alice fortan weiter an. Autor und Regisseur Michel Franco («Nuevo orden») setzt seine Erkundung von Individuen und Gesellschaften, die unter Druck stehen, fort und begibt sich auf die Höhen und Tiefen eines Acapulco und einer Familie, die mehr ist, als man auf den ersten Blick sieht. «Sundown» spielt in den eleganten Hotelsuiten und schmuddeligen Touristenlokalen eines disparaten und mehrschichtigen Küstenortes sowie auf dem psychologischen Schlachtfeld einer prekären Dynastie und entfaltet sich in scharfen, heimlichen Schüben.
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7.
Margreet Honig - Der freie Ton
Stefan Haupt
Schweiz
60′
Margreet Honig (84) ist eine international gefragte holländische Gesangspädagogin. Sie unterrichtet in ganz Europa und arbeitet mit weltberühmten Sänger:innen zusammen. Dabei hat sie eine ganz eigene Arbeitsweise entwickelt, die wohltuend kontrastiert zur gängigen, auf Perfektion und Leistung fixierten Musikausbildung. Somit ist ihr Ansatz hochaktuell, auch in Bezug auf die gesellschaftlichen Veränderungen in den Bereichen Bildung und Pädagogik. Ein motivierender, anregender Film stellt einem nicht nur musikalisch interessierten Publikum diese einzigartige Frau und ihre Arbeit vor.
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8.
Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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10.
Der unverhoffte Charme des Geldes
Denys Arcand
Kanada
128′
Pierre-Paul hat einen Doktortitel in Philosophie, doch trotzdem arbeitet der Mitdreissiger als Kurier - für ihn der Beweis, dass er zu intelligent ist, um erfolgreich zu sein, weil diese Welt von Dummheit regiert wird. Da trifft ihn das Glück, das angeblich nur mit den Dummen ist: Er wird Zeuge des gründlich schief gelaufenen Überfalls eines Geldtransporters, bei dem fast alle Beteiligten das Zeitliche segnen. Pierre-Paul bleibt allein mit der Beute zurück. Kurzerhand reisst er die beiden prall gefüllten Säcke an sich. Aber so viel schmutziges Geld auszugeben ist nicht einfach. Bald sind ihm die Mafia, das Finanzamt und zwei gewiefte Polizisten auf den Fersen. Pierre-Paul braucht die Hilfe von Profis. dem ehemaligen Biker-Boss Sylvain «The Brain», ein Ex-Knacki und selbst ernanntes Finanzgenie, und dem Escort-Girl Aspasie. Mit «The Fall of the American Empire» setzt Denys Arcand seine thematische Trilogie fort. Während er sich in «The Decline of the American Empire» auf soziale Missstände konzentrierte und sich im Oscar-gekrönten «The Barbarian Invasions» mit kulturellen und politischen Ideologien beschäftigte, richtet er seine Aufmerksamkeit nun auf die grösste moralische Katastrophe unserer Zeit: Geld. Wie von Arcand gewohnt, verbindet auch dieser Nachfolger Gesellschaftskritik mit einer grossen Portion Humor. Herausgekommen ist eine intelligente Raubüberfall-Komödie, die Spass macht und am Ende auf berührende Weise zeigt, welche Werte wirklich wichtig sind.
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11.
Kurzfilme - Markus Imhoof (1968)
Markus Imhoof
Schweiz
75′
Happy Birthday Markus Imhoof (Schweiz, 1968, 9 Min.) Just an seinem 16. Geburtstag fährt Röbi Keller den Wagen seines Vaters zu Schrott. Der Polizei erzählt er, wie es dazu kam. Markus Imhoof schildert exemplarisch, wie 1967 die Jugend aus den von der Elterngeneration besungenen «goldenen Mittelwegen» ausschert, die in die Maschinerie des kapitalistischen Bürgertums führen. Die Hauptrolle spielt sein späterer Kameramann Lukas Strebel. Rondo Markus Imhoof (Schweiz, 1968, 42 Min.) In seinem Dokumentarfilm über die Strafanstalt Regensdorf konfrontiert Imhoof die gesetzlichen Grundlagen des Strafvollzugs und die hehren Worte des Anstaltspersonals über Erziehung und Wiedereingliederung samt kulturellen Angeboten mit Aussagen der Häftlinge, deren realer Zuchthausalltag ganz anders aussieht. Diese unerbittliche Entlarvung war dem Direktor der Strafanstalt so zuwider, dass er ein Aufführungsverbot für Rondo erwirkte. Erst 1975 konnte der Film mit einem vorgeschalteten mündlichen «Disclaimer», wonach das alles nicht mehr aktuell sei, gezeigt werden. Ormenis 199+69 Markus Imhoof (Schweiz, 1969, 25 Min.) Die Schweizer Kavallerie besteht aus Soldaten, die es sich leisten können, ein Pferd nicht nur zu kaufen, sondern auch für seinen Unterhalt aufzukommen. Kein Wunder, gibt es in dieser Truppengattung «keine Linksextreme», sodass das Land um den Einsatz der Kavallerie beim Generalstreik «froh sein» konnte. Die rückwärtsgewandte Romantisierung der Kavallerie steht im Gegensatz zu deren Realität: Für die Pferde ist der Einsatz im Kriegsdienst psychisch und körperlich sehr belastend, und wie in der Landwirtschaft wird auch beim Militär das Pferd zunehmend durch die Technik verdrängt. Ormenis 199+69, benannt nach Markus Imhoofs eigenem Kavalleriepferd, wurde von den Kavallerieverbänden finanziell unterstützt, dann aber auf deren Vorstoss hin mit einem Aufführungsverbot belegt und lange nur zensiert gezeigt.
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Fremont

Babak Jalali, USA
92 Minuten
Ein Glückskeks von Film: Mit liebenswürdiger Figurenzeichnung, charmantem Humor und unterschwelliger Tiefe erzählt Babak Jalali von einer jungen Afghanin auf der Suche nach einem neuen Zuhause in den USA – und sorgt für Glücksgefühle. Getragen und beflügelt von lakonischem Humor, der an Jim Jarmusch und Ari Kaurismäki erinnert und mit The Bear-Star Jeremy Allen White und der Entdeckung Anaita Wali Zada.
Seit 4 Wochen
Kurzfilme - Markus Imhoof (1968)
Markus Imhoof
Schweiz
75′
Happy Birthday Markus Imhoof (Schweiz, 1968, 9 Min.) Just an seinem 16. Geburtstag fährt Röbi Keller den Wagen seines Vaters zu Schrott. Der Polizei erzählt er, wie es dazu kam. Markus Imhoof schildert exemplarisch, wie 1967 die Jugend aus den von der Elterngeneration besungenen «goldenen Mittelwegen» ausschert, die in die Maschinerie des kapitalistischen Bürgertums führen. Die Hauptrolle spielt sein späterer Kameramann Lukas Strebel. Rondo Markus Imhoof (Schweiz, 1968, 42 Min.) In seinem Dokumentarfilm über die Strafanstalt Regensdorf konfrontiert Imhoof die gesetzlichen Grundlagen des Strafvollzugs und die hehren Worte des Anstaltspersonals über Erziehung und Wiedereingliederung samt kulturellen Angeboten mit Aussagen der Häftlinge, deren realer Zuchthausalltag ganz anders aussieht. Diese unerbittliche Entlarvung war dem Direktor der Strafanstalt so zuwider, dass er ein Aufführungsverbot für Rondo erwirkte. Erst 1975 konnte der Film mit einem vorgeschalteten mündlichen «Disclaimer», wonach das alles nicht mehr aktuell sei, gezeigt werden. Ormenis 199+69 Markus Imhoof (Schweiz, 1969, 25 Min.) Die Schweizer Kavallerie besteht aus Soldaten, die es sich leisten können, ein Pferd nicht nur zu kaufen, sondern auch für seinen Unterhalt aufzukommen. Kein Wunder, gibt es in dieser Truppengattung «keine Linksextreme», sodass das Land um den Einsatz der Kavallerie beim Generalstreik «froh sein» konnte. Die rückwärtsgewandte Romantisierung der Kavallerie steht im Gegensatz zu deren Realität: Für die Pferde ist der Einsatz im Kriegsdienst psychisch und körperlich sehr belastend, und wie in der Landwirtschaft wird auch beim Militär das Pferd zunehmend durch die Technik verdrängt. Ormenis 199+69, benannt nach Markus Imhoofs eigenem Kavalleriepferd, wurde von den Kavallerieverbänden finanziell unterstützt, dann aber auf deren Vorstoss hin mit einem Aufführungsverbot belegt und lange nur zensiert gezeigt.
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Looking for Muhyiddin
Nacer Khemir
Tunesien
183′
Ein Mann kehrt in seine Heimat zurück, um seine Mutter zu bestatten. Um ein Versprechen gegenüber seinem Vater einzulösen, macht er sich auf die Suche nach Spuren von Muhyiddin Ibn 'Arabi, dem grossen islamischen Theologen, Mystiker und Dichter des 13. Jahrhunderts. Seine Nachforschungen über Muhyiddins weltoffenen und menschlichen Islam, der heute in Vergessenheit zu geraten droht, führen durch neun Länder und zu vielen Begegnungen, die neue Facetten des grossen Denkers enthüllen. Der tunesische Cineast Nacer Khemir, Schöpfer der «Wüsten-Trilogie» sagt über die Absicht seines Films: «Wenn du neben deinem Vater gehst und er fällt plötzlich hin, das Gesicht im Dreck, was würdest du tun? Du würdest ihm aufhelfen und ihm mit deinem Hemd das Gesicht abwischen. Das Gesicht meines Vaters steht für den Islam und ich habe versucht, mit meinem Film dem Islam das Gesicht sauber zu wischen, indem ich eine offene, tolerante und freundliche islamische Kultur zeige, voller Liebe und Weisheit, einen Islam, der sich von seiner Darstellung in den Medien seit 9/11 unterscheidet. (...) Fundamentalismus und Fanatismus können nicht für den Islam stehen, ebenso wenig wie die Inquisition für den Glauben Jesu steht.» (Interview auf ibnarabisociety.org)
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Der unverhoffte Charme des Geldes
Denys Arcand
Kanada
128′
Pierre-Paul hat einen Doktortitel in Philosophie, doch trotzdem arbeitet der Mitdreissiger als Kurier - für ihn der Beweis, dass er zu intelligent ist, um erfolgreich zu sein, weil diese Welt von Dummheit regiert wird. Da trifft ihn das Glück, das angeblich nur mit den Dummen ist: Er wird Zeuge des gründlich schief gelaufenen Überfalls eines Geldtransporters, bei dem fast alle Beteiligten das Zeitliche segnen. Pierre-Paul bleibt allein mit der Beute zurück. Kurzerhand reisst er die beiden prall gefüllten Säcke an sich. Aber so viel schmutziges Geld auszugeben ist nicht einfach. Bald sind ihm die Mafia, das Finanzamt und zwei gewiefte Polizisten auf den Fersen. Pierre-Paul braucht die Hilfe von Profis. dem ehemaligen Biker-Boss Sylvain «The Brain», ein Ex-Knacki und selbst ernanntes Finanzgenie, und dem Escort-Girl Aspasie. Mit «The Fall of the American Empire» setzt Denys Arcand seine thematische Trilogie fort. Während er sich in «The Decline of the American Empire» auf soziale Missstände konzentrierte und sich im Oscar-gekrönten «The Barbarian Invasions» mit kulturellen und politischen Ideologien beschäftigte, richtet er seine Aufmerksamkeit nun auf die grösste moralische Katastrophe unserer Zeit: Geld. Wie von Arcand gewohnt, verbindet auch dieser Nachfolger Gesellschaftskritik mit einer grossen Portion Humor. Herausgekommen ist eine intelligente Raubüberfall-Komödie, die Spass macht und am Ende auf berührende Weise zeigt, welche Werte wirklich wichtig sind.
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Seit 1 Monat
Was geschah mit Bus 670?
Fernanda Valadez
Mexico
99′
Magdalena ist eine Mexikanerin mittleren Alters. Mit einer anderen Mutter teilt sie das Schicksal, dass der Sohn aufgebrochen ist, um in den USA ein besseres Leben zu suchen. Die beiden Frauen haben nichts mehr von ihren Kindern gehört, bis die eine erfährt, dass ihr Sohn ums Leben gekommen ist. Magdalena macht sich auf die Reise ihres Jesús, um auch so etwas wie Gewissheit zu erlangen. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, ihn lebend zu finden, auch wenn alles, was sie unterwegs erfährt, diese Hoffnung nicht beflügelt. Sie trifft auf Miguel, einen anderen Jungen, der die Reise angetreten hatte und nun zurückkehrt, um seine Mutter zu finden. Fernanda Valadez ging von realen Geschichten von verschwundenen Migranten aus, die in ihrer mexikanischen Heimat zum Alltag gehören. Und sie schrieb ein Drehbuch, das uns in eine menschliche Erfahrung mitnehmen sollte. Ihr Ansatz, die den Sohn suchende Mutter und den die Mutter suchenden Sohn zusammenzuführen und gemeinsam die Reise in Regionen anzutreten, die nicht umsonst als Todeszonen bezeichnet werden, macht ihren Spielfilmerstling Sin señas particulares (Was geschah mit Bus 670?) ungemein stark. Er wurde von einem Frauenteam gestaltet, das ganz bewusst darauf verzichtet, explizite Gewalt zu zeigen. Die so beschriebene Realität wirkt umso stärker. Einen wesentlichen Beitrag zur Ausdruckskraft des Films leistet die Kamerafrau Claudia Becerril Bulos: Ihre Aufnahmen, das Schreiben mit der Landschaft, verblüffen immer wieder. Sie schaffen es, das Innere der Figuren und die Verlorenheit zu spiegeln und sichtbar zu machen. Ein Film, der uns packt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Ausgezeichnet beim Zurich Film Festival 2020 im Spielfilmwettbewerb mit dem Goldenen Auge.
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Seit 2 Monaten
Sundown
Michel Franco
Frankreich
82′
Acapulco, Mexiko: In einem Luxushotel am Strand verbringt Neil (Tim Roth) mit Alice (Charlotte Gainsbourg) und ihren Kindern entspannte Urlaubstage. Das Idyll hat ein Ende als Alice ein Anruf aus London erreicht: Ihre Mutter ist gestorben. Während sie umgehend zurück nach London reist, um sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, kehrt Neil vom Flughafen an den Strand zurück - angeblich hat er seinen Pass im Hotel liegen lassen. Um einer Rückkehr in sein Leben zu umgehen, lügt er Alice fortan weiter an. Autor und Regisseur Michel Franco («Nuevo orden») setzt seine Erkundung von Individuen und Gesellschaften, die unter Druck stehen, fort und begibt sich auf die Höhen und Tiefen eines Acapulco und einer Familie, die mehr ist, als man auf den ersten Blick sieht. «Sundown» spielt in den eleganten Hotelsuiten und schmuddeligen Touristenlokalen eines disparaten und mehrschichtigen Küstenortes sowie auf dem psychologischen Schlachtfeld einer prekären Dynastie und entfaltet sich in scharfen, heimlichen Schüben.
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Seit 3 Monaten
Wie steinerne Löwen am Eingang der Nacht
Olivier Zuchuat
Schweiz
91′
Der langsame Travelling-Shot entlang einer Steinmauer, die nur ab und zu durch Öffnungen im Mauerwerk den Blick auf das azurblaue Meer dahinter freigibt, lässt zunächst an eine antike Ausgrabung denken. Der Eindruck täuscht, wir befinden uns im Jahr 1948. Die Welt steht noch unter dem Schock des Kriegsgeschehens, da brechen in Griechenland alte Fronten auf und ein brutaler Bürgerkrieg beginnt. Die Kommunistische Partei und die Nationale Befreiungsfront, die eben noch die Faschisten in einem aufreibenden Partisanenkrieg bekämpft haben, werden verboten und 80.000 Griechen auf karge Inseln wie Makronisos deportiert. Aus dem knarzenden Lautsprecher ertönen perfide Verbote und das Mantra der zehn Gebote, die das Abschwören vom Kommunismus und den patriotischen Einsatz für „Gott, Vaterland und Freiheit“ einfordern. Das Ziel: Umerziehung. In Wahrheit wird psychischer Terror ausgeübt, der einhergeht mit Schikane und Folter. Aber die Mauern von Makronisos sind nicht stumm. In den Ritzen waren Gedichte der vielen Dichter, wie Yannis Ritsos, Tassos Livaditis und Mikis Theodorakis, die hier interniert waren, versteckt. Mit ihren sehnsuchtsvollen Metaphern und ihrer kraftvollen Poesie versuchten sie sich gegen die plumpe Propaganda zu stemmen, die penetrant über das Zeltlager hinweg tönte. In seiner strengen und konsequenten Komposition lässt der Schweizer Regisseur Oliver Zuchuat die Texte hart aufeinanderprallen und für sich sprechen.
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Seit 3 Monaten
Uwasa no Onna - The Woman of Rumour (1954)
Kenji Mizoguchi
Japan
83′
Im Shimabara-Distrikt in Kyoto, dem historischen Vergnügungsviertel der Stadt, führt die Witwe Hatsuko ein äusserst florierendes Geishahaus. Sie selber hat eine Affäre mit dem jungen Doktor Matoba, welcher sich jedoch in ihre Tochter verliebt, die versucht hat, Selbstmord zu begehen, nachdem ihr Liebhaber vom Beruf ihrer Mutter erfuhr. Die junge Frau lehnt den Liebhaber aber ab, wie alles, was mit ihrer Mutter zusammenhängt. Ein feinfühliges Drama, das seine Charaktere genau erfasst und das Milieu dezent und mit ambivalentem Blick behandelt.
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Yokihi - Princess Yang Kwei Fei (1955)
Kenji Mizoguchi
Japan
91′
Wir befinden uns im China des 8. Jahrhunderts. Der amtierende Kaiser Hsuan Tsung ist untröstlich über den Tod seiner Frau. Allein die Musik scheint ihm einige Zerstreuung zu bringen. Angesichts dieser Situation kommt der intrigante General An Lushan auf die Idee, sich Aufstiegschancen zu schaffen, indem er dem Kaiser die schönste Tochter der Familie Yang als Konkubine zuführt. Beim Frühjahrsfest unter blühenden Pflaumenbäumen tritt Hsuan Tsung mit seiner neuen Dienerin aus dem Palast. Der Kaiser, der sich schon lange nach Gesellschaft sehnt, ist so beeindruckt von ihrer besonderen Schönheit und ihrem Gemüt, dass er, die aus dem Bürgertum stammende Yang, zu seiner Prinzessin Yang Kwei-fe macht. Ihre Familie und die Verwandten reiben sich die Hände; sie haben nichts anderes im Sinn, als Yangs hohe Stellung und die Liebe des Kaisers zu ihr auszunutzen. Yokihi - Princess Yang Kwei Fei ist Mizoguchis erster Farbfilm. Es handelt sich um eine der ersten japanischen Ko-Produktionen mit den Shaw Brothers aus Hongkong. Der Film besticht durch seine prächtigen Kostüme und Kulissen, die von Kameraveteran Kohei Sugiyama toll in Szene gesetzt werden.
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Was geschah mit Bus 670?
Fernanda Valadez
Mexico
99′
Magdalena ist eine Mexikanerin mittleren Alters. Mit einer anderen Mutter teilt sie das Schicksal, dass der Sohn aufgebrochen ist, um in den USA ein besseres Leben zu suchen. Die beiden Frauen haben nichts mehr von ihren Kindern gehört, bis die eine erfährt, dass ihr Sohn ums Leben gekommen ist. Magdalena macht sich auf die Reise ihres Jesús, um auch so etwas wie Gewissheit zu erlangen. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, ihn lebend zu finden, auch wenn alles, was sie unterwegs erfährt, diese Hoffnung nicht beflügelt. Sie trifft auf Miguel, einen anderen Jungen, der die Reise angetreten hatte und nun zurückkehrt, um seine Mutter zu finden. Fernanda Valadez ging von realen Geschichten von verschwundenen Migranten aus, die in ihrer mexikanischen Heimat zum Alltag gehören. Und sie schrieb ein Drehbuch, das uns in eine menschliche Erfahrung mitnehmen sollte. Ihr Ansatz, die den Sohn suchende Mutter und den die Mutter suchenden Sohn zusammenzuführen und gemeinsam die Reise in Regionen anzutreten, die nicht umsonst als Todeszonen bezeichnet werden, macht ihren Spielfilmerstling Sin señas particulares (Was geschah mit Bus 670?) ungemein stark. Er wurde von einem Frauenteam gestaltet, das ganz bewusst darauf verzichtet, explizite Gewalt zu zeigen. Die so beschriebene Realität wirkt umso stärker. Einen wesentlichen Beitrag zur Ausdruckskraft des Films leistet die Kamerafrau Claudia Becerril Bulos: Ihre Aufnahmen, das Schreiben mit der Landschaft, verblüffen immer wieder. Sie schaffen es, das Innere der Figuren und die Verlorenheit zu spiegeln und sichtbar zu machen. Ein Film, der uns packt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Ausgezeichnet beim Zurich Film Festival 2020 im Spielfilmwettbewerb mit dem Goldenen Auge.
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Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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To the Ends of the Earth
Kiyoshi Kurosawa
Usbekistan
120′
Eine japanische Starmoderatorin weilt in Usbekistan, um für eine Reisesendung die ursprünglichen und exotischen Seiten des Landes zu entdecken. Aber nichts läuft wirklich wie geplant. Kiyoshi Kurosawa gehört längst zu den wichtigsten Filmschaffenden Asiens. Für einmal verlässt er hier seine mitunter harte Vision der modernen Welt, um uns eine friedlichere und optimistischere Reise anzubieten.
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Wajib
Annemarie Jacir
Palästina
97′
Annemarie Jacir begibt sich auf eine humorvoll ernsthafte Fahrt durch Nazareth. Der in Rom lebende Architekt Shadi ist zu Besuch in seinem Heimatort. Er soll dem Vater dabei helfen, die Einladungen zur Hochzeit seiner Schwester persönlich zu überbringen, wie dies in Palästina traditionell gemacht wird. Wir erleben die Tücken einer Vater-Sohn-Beziehung und tauchen ein in die Gegenwart Nazareths. Besonders reizvoll dabei: Mohammad und Saleh Bakri sind auch im wirklichen Leben Vater und Sohn. Wajib ist der bislang intensivste Spielfilm, den Annemarie Jacir geschrieben und inszeniert hat. Man spürt, dass sie selber nach Jahren im Exil heimkehren konnte und sich wohl fühlt, wenngleich die Situation auch in Nazareth alles andere als eine entspannte ist. Aber sie will vom Alltag erzählen, dem Leben, das sich da abspielt, und die erzählt ihre Geschichte mit dem einzigartigen Schauspielerpaar Saleh und Mohammad Bakri, sie hat gleichzeitig jede noch so kleine Rolle delikat besetzt, erzählt über Gesichter, Körper, Gesten, aber auch mit Elementen wie Architektur, Dekor, Kleidung, Klängen. Ein Film, der ganz einfach daherkommt und ungemein vielschichtig und reichhaltig ist und obendrein und vor allem auch voller feinstem Humor.
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Der Bienenzüchter - O melissokomos (1986)
Theo Angelopoulos
Griechenland
122′
Die letzte Reise Der alternde Lehrer und Imker Spiros hat nach der Trennung von seiner Frau und der Heirat seiner Tochter genug vom Leben und von seiner Familie. Er tritt eine letzte Reise in den Süden an mit einem Lastwagen voller Bienenkisten. Unterwegs nimmt er eine junge Anhalterin mit, zu der eine seltsame Beziehung entsteht, die ihn jedoch nicht von seiner Todessehnsucht abbringen kann. Der Film besticht durch seine einfühlsame, melancholische Darstellung, die in erster Linie durch die ausdrucksstarken Bilder und einen sehr sensibel spielenden Marcello Mastroianni geschaffen wird. Das Alter, der schmerzliche Verlust politischer Ideale, der gnadenlose Pragmatismus der Jugend, die Sprachlosigkeit in der Ehe: All diese Themen deutet der Film mehr an, als dass er sie explizit aussprechen würde. Und dem grossartigen Marcello Mastroianni gelingt es, sich in dieser filmischen Kunst des Andeutens zurückzunehmen und zum griechischen Imker zu verpuppen. Zur suggestiv melancholischen Stimmung trägt die von Eleni Karaindrou komponierte Filmmusik bei, in der Jan Garbarek mit seinem Saxophon das tragende musikalische Thema des Films spielt. Das von Tonino Guerra beflügelte Drehbuch lehnt sich an Motive des Romans «Der Tod eines Bienenzüchters» von Lars Gustafsson an.
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El viaje (1992)
Fernando Solanas
Argentinien
133′
Fernando Solanas (1936-2020) schickt den 17-jährigen Martin Nunca, der mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens lebt, auf eine lange Reise der Entdeckungen durch den lateinamerikanischen Kontinent. Mit dem Fahrrad bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Unterwegs sammelt er Erfahrungen, lernt die Facetten verschiedener Orte und Länder kennen. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires steht unter Wasser, doch der Staatschef Doktor Rana (Frosch) lässt sich nicht beirren. Er hat unverzüglich auf die anhaltende Katastrophe reagiert und sich angepasst, indem er mit Schwimmflossen aus dem Regierungspalast tritt, um dem Volk sein mediengerechtes Lächeln vorzuführen. Martin entdeckt die reichen Mythen des Kontinents, die Geschichte der Azteken und der Indios in den Anden genauso wie die katastrophalen sozialen und ökologischen Zustände der Gegenwart. Seine Suche nach dem Vater wird ein aufregendes Durchforsten des Kontinents, wobei Solanas mit wunderbaren Ironien die Widersprüchlichkeiten zwischen Alltagsrealität und Politik aufzeigt.
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Malaria
Parviz Shahbazi
Iran
89′
Im Spielfilm Malaria haut die junge Hanna mit ihrem Freund ab und schlägt sich aus der Provinz in die Hauptstadt Teheran durch. Parviz Shahbazi erzählt ihre Geschichte in fiebrigen Aufnahmen, die er teils im Stil von Handy-Videos rekonstruiert, um der Jugend im Iran den Puls zu nehmen. Hanna verbringt ihre Zeit mit einer Gruppe von Musikern, die sich Malaria nennt. Am Anfang liegt ein gefundenes Smartphone in den Händen eines Polizisten. Er versucht, es wieder in Gang zu setzen, und stöbert als erstes in den Videos, die sich darauf finden. Über sie steigen auch wir in die Geschichte einer jungen Frau mit Namen Hanna ein, die zusammen mit ihrem Freund Mori zuhause in der Proviz abgehauen ist und sich nach Teheran durchschlägt. Der Zufall bringt die beiden in den Kleintransporter des Strassenmusikers Azi, und der bemüht sich, dem Liebespaar zu helfen. Immer mehr gerät er dadurch selber in den Strudel der Suche nach der vermeintlich entführten Tochter, wird schliesslich gar als Kidnapper verhaftet. Parviz Shahbazi, der das Buch geschrieben, die Szenen lebensnah inszeniert und atemlos montiert hat, taucht mit seinen Bruchstücken einer Flucht ein ins Leben Jugendlicher im Iran von heute, wo die rückwärts gewandte Politik jeder Bewegung dauernd im Wege steht und doch nicht verhindern kann, dass durch die Strassen und in den Häusern ein Vibe strömt. Das Spiel mit den Mobilaufnahmen verleiht dem Ganzen eine ungemeine Authentizität: Da ist eine junge Frau permanent ausgeschlossen durch absurde Gesetze, auf der Flucht vor Vater und Brüdern, um zu sich selber zu finden. Das ist direktes, unbeschönigendes, hautnahes und lebhaftes Kino aus dem Iran. Walter Ruggle
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mit Bonus
Turistas (2009)
Alicia Scherson
Chile
105′
Carla ist 37 Jahre alt, verheiratet, vielleicht schwanger und eigentlich sollte sie glücklich sein, als sie mit ihrem Mann und einem Wasserscooter von Santiago aus Richtung Süden in die Sommerferien aufbricht. Die beiden plaudern, wie das Paare in Autos so tun mögen. Und plötzlich verändert eine Kleinigkeit die ganze Stimmung grundlegend. Vielleicht möchte Carla ja gar nicht da sein, wo sie ist. Vielleicht möchte sie lieber mit dem norwegischen Rucksacktouristen Ulrik an einer Landstrasse stehen, auf dem Weg zum Nationalpark, wo sie zwischen grossen Bäumen wandeln, im Zelt übernachten und sich mit dem Parkaufseher über Vögel und alte Popsongs un-terhalten könnte. Vielleicht wäre das wirklich besser, und sei’s ganz einfach deshalb, weil etwas frische Luft manchmal gut tut. Carla wird jedenfalls von ihrem Mann am Wegrand sitzen gelassen und muss schauen, wie sie wieder zurückfindet - weniger nach Santiago, also zu sich selber. Wo, bitte, geht`s zur Natur Alltäglichkeiten gibt’s zum Einstieg: Ein verheiratetes Paar ist im Auto unterwegs aus dem Alltag in die Ferien. Der Titel Turistas macht rasch Sinn: Die Biologin Carla, grossartig verkörpert durch spanisch-chilenische Schauspielerin Aline Kuppenheim, und ihr Mann Joel, den wir bald hinter uns lassen, reisen, sind Touristen im eigenen Land. Bald lässt er sie am Strassenrand sitzen, weil er das Gefühl hat, sie hätte ihm nicht alles gesagt, was sie ihm hätte sagen müssen. Der kleine Zwist mag auch noch alltäglich sein, nicht aber die Trennung, die doch überraschend kommt und die bald einmal dazu führt, dass das Wort «Touristen» noch einen anderen Sinn bekommt, einen philosophischeren. Denn Touristinnen und Touristen sind wir ja alle irgendwie und dauernd auf unserer Lebensreise. Alicia Scherson gehört seit ihrem verblüffenden Erstling Play zu den Entdeckungen und den grossen Talenten im chilenischen Kino, das sich in den letzten Jahren wieder verblüffend regt. Sie selber hat Biologie studiert, und irgendwie hat man gerade bei ihrem jüngsten Film das Gefühl, da betrachtet eine Forscherin das Verhalten zweier Menschenkäfer unter dem Mikroskop, das die Kamera auch sein kann, wenn sie entsprechend klug eingesetzt wird. Carla muss zur Kenntnis nehmen, dass ihr Mann mitsamt dem Ferienzeugs allein davongefahren ist. Und sie entscheidet sich, nachdem sie zuerst ganz einfach heimkehren wollte, zu einem Abstecher in einen nahen Naturpark, in ein Stück gepflegte Wildnis. Die Bekanntschaften, die sie dort macht, haben es in sich, alle leicht schräg, alle leicht abseitig, immer nur minim und also irritierend. Und genau hier brilliert Scherson, indem sie all das, was da geschieht, was da kreucht und fleucht, mit der Ruhe einer Biologin betrachtet und in seinem Sein sein lässt. Das macht ihren Film zu einem stillen Wahrnehmungsgenuss: Nichts ist laut, aber alles deutet von den Rändern her aufs Zentrum: Die Sehnsucht nach dem Wiederfinden der Natur. Walter Ruggle
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Avé
Konstantin Bojanov
Bulgarien
86′
Ausserhalb von Sofia treffen Avé und Kamen aufeinander. Er macht Autostopp nach Ruse, sie schliesst sich ihm ungebeten an. Ein Roadmovie beginnt in den Norden Bulgariens und hinein in die Gegenwart eines Landes, das den Anschluss an die Welt noch nicht geschafft hat. Da sind zwei verloren wirkende junge Seelen unterwegs durch die Gegenwart und entdecken erst allmählich ihre Gefühle. Ein starkes Stimmungsbild und ein Film über das jugendliche Alter, in dem man sich das Leben noch erfinden kann. Der Spielfilm Avé stand im Programm einer wichtigen Nebensektion von Cannes, und er gehörte für mich zu den überzeugensten Filmen der Ausgabe 2011. Warum? Avé ist zunächst ein Roadmovie mit zwei jugendlichen Figuren, die unterwegs sind in ihrer bulgarischen Heimat. Das heisst, er bietet uns Gelegenheit, ins Innere eines gerade im Kino wenig vertrauten Landes zu reisen und etwas von seiner Stimmung zu erfahren, ein Vierteljahrhundert nach dem Zusammenbruch der alten Systeme. Die Kamera tastet die vorbeiziehenden Landschaften und Silhouetten wie nebenbei ab. Mindestens so wichtig wie dies scheint mir die Besetzung und die Zeichnung der beiden Jugendlichen - oder müsste man besser sagen, das Modellieren der beiden Figuren, ist Regisseur Konstantin Bojanov doch von Haus plastisch arbeitender Künstler? Anjela Nedyalkova als Avé und Ovanes Torosyan als Kamen brillieren mit ihrer abwesenden Präsenz je auf ihre Art. Sie als äusserlich muntere titelgebende Figur, er als eine Art Schatten seiner selbst. Zwei Jugendliche in einem Land des Ostens von heute. Perspektiven gibt es für sie wenige, Träume umso mehr. Ein Drittes macht den Film faszinierend: Es ist das freie Spiel mit der Wahrheit, das Avé bis zur Selbstverleugnung pflegt. Während Kamen ans Begräbnis seines Freundes reisen und möglichst mit niemandem reden möchte, plaudert Avé unterwegs mit den Fahrern munter drauflos und erfindet immer wieder neue Geschichten auf deren Fragen. Bald einmal weiss man nicht mehr, was wahr ist und was erfunden, bis man begreift, dass es fürs Leben manchmal besser ist, sich neu zu erfinden, weil die Umstände es wollen und die Wahrheit keine Rolle spielt oder nicht gefragt ist. Die Entwicklung einer stillen Liebesgeschichte, in der die Ehrlichkeit elementar sein wird, geht einher mit diesem Spiel.
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Modest Reception - Die Macht des Geldes
Mani Haghighi
Iran
100′
Ein Mann und eine Frau fahren durch eine entlegene Bergregion. In ihrem Kofferraum führen sie Plastiktüten voller Geld mit, die sie unterwegs an Menschen verteilen, egal, ob diese es wollen oder nicht. Immer wieder verknüpfen sie ihre milde Gabe an Bedingungen, und dabei schrecken sie vor nichts zurück. Warum sie das viele Geld haben und verteilen, bleibt nebensächlich in dieser Parabel über Geld und Moral. «Modest Reception» ist nach «A Separation» ein weiteres Beispiel der ungeheuren Erzählkraft des aktuellen iranischen Kinos, das nicht zuletzt verdeutlicht, wie unter schwierigen Bedingungen die explosivsten und kühnsten Filme entstehen können. Geld und Moral Allein die ersten fünf Filmminuten sind im Spielfilm «Modest Reception» schon eine Wucht. Selten wird man so tollkühn in eine Handlung eingeführt, in keinem Augenblick weiss man, wie die Dinge stehen und was sich da wirklich abspielt. Nicht, dass die Handlung zu diesem Zeitpunkt besonders komplex wäre, aber sie überrascht. Und damit ist der Tarif fürs Kommende vorgegeben. Wir schauen als Erstes einem streitenden Paar zu, das an einen Kontrollposten geraten ist und sich einfach ausweisen sollte, und wir sind genauso verblüfft wie der Soldat, der nach den Ausweisen gefragt hat. Mani Haghighi packt sein Publikum in den Fourwheeldrive mit ein, in dem er selber als Kaveh und die Schauspielerin Taraneh Alidoosti als Leyla sitzen. Als Darstellende kennen sich die beiden von der Arbeit an mehreren Filmen her, darunter «About Elly» von Asghar Farhadi. Wenn in Modest Reception zwei Figuren im Auto in den Bergen unterwegs sind, so wird alles andere als Beschaulichkeit gesucht: Hier fetzt es und hier wird verschmitzt geschmunzelt und teuflisch gelacht. Bis allen die Worte im Hals stecken bleiben. Zur dramatischen Erzählkunst und dem Spiel in der Landschaft gesellt sich in Modest Reception die ungemeine Lust, die Realität an den Rand des Abgrunds zu führen oder darüber hinaus, und damit wären wir bei der grossen Kunst des Absurden angelangt, die Haghighi beherrscht.Gespielt wird um Geld und damit um das, was uns Menschen als künstliche Kraft vom Leben abhält und ablenkt, denn wo wir auch hinschauen, zählen alle, was sie haben und nicht was sie sind. Mani Haghighi macht nichts anderes, als uns dies am Rand von Welt und Gesellschaft wieder einmal vor Augen zu führen und dabei zu zeigen, wie die Moral im wahrsten Sinn auf der Strecke bleibt und mit ihr der Mensch. Walter Ruggle
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The Goddess of 1967 (2000)
Clara Law
Australien
119′
Ein junger, attraktiver Japaner sucht im Film der Hongkong-Chinesin Clara Law via Internet seinen Traumwagen, einen Citroën DS. Die Abkürzung DS machte das einstige Kultfahrzeug aus Frankreich über Jahre hinweg zur Déesse, was ins Englische übersetzt Goddess heisst, zu deutsch Göttin. Der stilbewusste Japaner findet in Australien ein besonders schönes pinkiges Exemplar mit Jahrgang 1967 und reist unverzüglich hin, um es zu kaufen. Doch statt des Mannes, mit dem er in Online-Kontakt war, trifft er auf ein 17-jähriges blindes Mädchen, das mit ihm zu einer Reise quer durch den australischen Kontinent aufbricht, von Sydney hinüber nach Lightningridge. Die fünftägige Fahrt mit der "Déesse" ist eine packend gestaltete Reise ins Innere der Familiengeschichte des Mädchens und des Wagens, eine Reise in archaisch anmutende Landschaften und Gefühlswelten. Unterwegs kommen sich der Japaner, der vom japanischen Topmodel Rikiyu Kurokawa gespielt wird, und die Australierin, die die für ihre Rolle preisgekrönte Rose Byrne grossartig verkörpert, näher. Es entwickelt sich eine zärtliche Liebesgeschichte, in der sich die beiden Jugendlichen von ihrer immer wieder aufscheinenden Vergangenheit befreien. Die Vergangenheit des Mädchens entpuppt sich als eine tragische Familiengeschichte, in der die unterschiedlichsten Beziehungsfacetten zum Vorschein kommen, eine Männerwelt auch, die sich sehr viele Freiheiten herauszunehmen beliebt. Drei Frauengenerationen sind es, in deren Geschichte Clara Law zurückreist und die für die Zeit seit den sechziger Jahren stehen und den gesellschaftlichen Wandel, der sie kennzeichnet. Die junge blinde Frau ist dabei die Tochter einer stark gläubigen Figur, die vieles ans Jenseits delegiert hat und selber als Halbwaise aufgewachsen war, mit einem Vater, der daran glaubte, dass man alles in der Natur auch künstlich herstellen könnte. Walter Ruggle
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Es war einmal in Anatolien
Nuri Bilge Ceylan
Türkei
157′
Irgendwo in Anatolien. Es ist Nacht, und eine Gruppe von Leuten ist im Dunkel auf der Suche nach einem Tatort. Ein Mann soll umgebracht worden sein. Der Untersuchungsrichter will Fakten und Klarheiten, die Polizei betreut die Verdächtigten, ein Arzt soll die Obduktion vornehmen. Wo nur ist der Körper begraben? Vor uns enfaltet sich ein Krimi in Zeitlupe, hinein choreografiert in die Landschaft und in die Nacht. Über die Figuren erzählt sich das Leben hier, weit weg von allem und mittendrin. Aus dem Dunkel der Nacht tauchen ihre Geschichten an den Tag, ihre kleinen Dramen und das, was die Region prägt und andere abgeschiedene Flecken auf diesem Planeten. Nuri Bilge Ceylan zeigt uns, was in seiner Heimat im Verborgenen schlummert und wie wenige Sätze unter Umständen erhellend sein können. Die «Comédie humaine» hat er in halluzinierenden Nachtaufnahmen festgehalten. * * * * Aus dem Dunkel ans Licht Was ist ein Krimi? Das Onlinelexikon sagt: «Bei einem Krimi geht es in der Regel um ein Verbrechen, meist einen Mord oder ein sonstiges rechtlich schweres Vergehen, das den Leser, Hörer oder Zuschauer in Spannung versetzen soll. Mehrheitlich spielt ein Kommissar, ein Detektiv oder eine andere Hauptperson die Rolle des Ermittlers. In dieser Rolle findet er den eigentlichen Grund des Geschehens - häufig mit Zwischenfällen - heraus und entdeckt den Täter. Realistische Handlungsorte und gesellschaftliche Situationen, das heisst, die Anpassung an die jeweiligen historisch-gesellschaftlichen Bedingungen seiner Entstehungszeit, sind weitere Punkte, die Krimis gemeinsam haben.» Once Upon A Time in Anatolia vom türkischen Fotografen und Filmemacher Nuri Bilge Ceylan (Uzak) erfüllt alle diese Grundanforderungen eines Krimis, und dennoch überrascht uns der Film, weil er sich gegen alle gängigen Muster sträubt. Da war eine Tat, da sind die Täter und da läuft die Suche nach dem Opfer. Wir sehen, oder besser: Wir erfahren die Suche im Dunkeln. Aber die Spannung, das, was uns in diesem Krimi in Zeitlupe in Bann halten kann, sind nicht irgendwelche hektischen äusseren Ereignisse oder das schlaue Gebahren eines Kommissars, der den Überblick hat. Bei diesem Krimi sind die Zwischenräume und die Zwischenzeiten nicht ausgespart, wir sind mitten drin in der Suche nach der Wahrheit. Und wir merken bald einmal, dass die Suche nach dem Opfer viel stärker als gewohnt eine Betrachtung der Situation ist, in der die Tat geschehen konnte, der Umstände, die sie möglich machten und der menschlichen Rätsel, die sie und das Ganze in sich birgt. Der Kommissar hat ein krankes Kind zuhause, der Arzt ist geschieden, der Polizist kämpft mit der Ungeduld, der Staatsanwalt versteckt sich vor Fakten. Die Magie dieses Filmes und die Erzählkunst von Nuri Bilge Ceylan entfalten sich von innen heraus in einer Art bewegter Beschaulichkeit. Wenig geschieht im Sinne von äusserlicher Aktion, viel erhellt sich aufgrund des Geschehens und über die Äusserungen der einzelnen Figuren. Am Ende ist viel weniger wichtig, wer genau hinter der Tat steckt als warum sie möglich wurde und wer alles was zu verbergen hat. Ceylan will von der Rätselhaftigkeit seiner eigenen Heimat erzählen, ohne dass er die Rätsel alle lüften könnte und möchte. Im Gegenteil: Er bewahrt einige bravourös. Von ungemeiner Schönheit und Dichte sind die Nachtaufnahmen von Kameramann Gökhan Tiryaki, in denen auch der Wind zu uns sprechen kann. Diese feinen Abstufungen in den Tönen und Lichtspielen bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Eine Sinnesreise also auch. Walter Ruggle
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Salt of this Sea (2008)
Annemarie Jacir
Palästina
105′
Die 28-jährige Soraya reist aus Brooklyn, wo sie aufgewachsen ist, zum ersten Mal in die Heimat ihrer Vorfahren, nach Palästina. Hier sucht sie das eingefrorene Geld ihrer Grosseltern vom Konto in Jaffa abzuheben und begibt sich unverhofft mit dem hier geborenen Emad auf eine Reise durch die Landschaften. Salt of this Sea ist ein Roadmovie, das die Suche nach den verlorenen Wurzeln beschreibt und nach dem, was man mit Heimat bezeichnet. Die Filmemacherin Annemarie Jacir hat bereits mit ihren Kurzfilmen Aufsehen erregt. In ihrem ersten Spielfilm Salt of this Sea lädt sie uns ein auf eine verrückte Reise durch eine Region, die ihren Figuren eigentlich verschlossen wäre, weil Freiheit in diesem Gebiet ein Fremdwort ist. Ihr Roadmovie führt uns einerseits durch unbekannte Landstriche in Palästina und lässt uns andererseits eintauchen in die Geschichte von Jacirs Heimat. Doch keine Angst: Der Film ist alles andere als eine dröge Geschichtslektion; es geht der Filmemacherin ums Innere von Geschichte. Jacir lässt uns teilhaben: Was heisst es, wenn einem ganzen Volk die Heimat weggenommen wird und man das Haus der Vorfahren, aus dem diese vor 60 Jahren mit Gewalt vertrieben wurden, nun von anderen bewohnt vorfindet? Das ist alles andere als nur ein Phänomen des Nahen Ostens, es zeigt sich dort einfach besonders intensiv. Annemarie Jacir erzählt also nicht nur die Geschichte einer jungen Frau, die erstmals jene Region besucht, die ihre Grosseltern zurücklassen mussten, sie lässt uns fühlen, was Zahlen und Fakten nie beschreiben können. Ihr Film ist atmosphärisch dicht, berührend, ohne polemisch zu sein. Im Gegenteil: Sie zeichnet die Israelin, die in Jaffa ihre eigene Generation verkörpert, als sehr offen und genauso Kind einer Geschichte voller Ungerechtigkeiten. Der Film ist eine bewegende Reise ins Innere der Migration mit fiebrigen und stillen Momenten. Was uns seit Jahrzehnten über oberflächliche Schlagzeilen begleitet, wird hier wieder einmal vom Menschlichen her fassbar, weil es von innen betrachtet wird. Wo der Welt längst die Worte fehlen, hat Annemare Jacir Bilder gefunden. Und eine eigene Geschichte geschrieben, die von Suheir Hammad, einer grossartig präsentabsent wirkenden Schauspielerin, verkörpert wird, einer Frau notabene, die eigentlich Poetin ist und hier die Verzweiflung eines Volkes verkörpert. Letztlich ist der Film aus vielen sichtbaren und verborgenen Elementen komponiert, ohne dass er sie betont: Es reicht aus, dass sie da sind und aus sich heraus zusammen fühlbar machen, was Migration heisst. Walter Ruggle
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Chaque jour est une fête (2009)
Dima El-Horr
Libanon
77′
Drei Frauen in einem Bus im Libanon. Sie haben das gleiche Ziel: ein Männergefängnis. Die erste Frau besucht ihren Ehemann, den sie seit ihrem Hochzeitstag nicht mehr gesehen hat. Die zweite hat nur eines im Sinn: ihren Mann, der eine lange Strafe absitzt, dazu zu bringen, die Scheidungspapiere zu unterzeichnen. Danach wird sie endlich frei sein. Die dritte Frau hat Angst. Heimlich hat sie die Waffe ihres Mannes, einem Gefängniswärter, dabei, die er zu Hause vergessen hat. Eine schnurgerade Straße scheint schnell zum Ziel zu führen: vom Zentrum Beiruts zum Mermel-Gefängnis in der Wüste. Doch bald wird die Reise kompliziert. Der Knall einer verirrten Kugel stört die Busreisenden aus ihrer Lethargie auf und deutet zugleich an, dass gefährliche und ungeheuerliche Dinge vorgehen im diesem Land, das sich in einem nicht-erklärten Bürgerkrieg befindet. Gerüchte von Massakern werden laut. Flüchtlingsgruppen werden gesichtet. Die Reise der drei Frauen geht weiter, eher eine Reise ins Innere. Zwischen Alptraum und Phantasie, echten Befürchtungen und kollektiver Erinnerung wird der Film zu einer Reise zu den Identitätsproblemen eines zerrissen Landes. Nicht umsonst ist es die Reise dreier Frauen. Nur sie - so die These des Films - können einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt finden.
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Gabriel and the Mountain
Fellipe Barbosa
Tansania, Vereinigte Republik
131′
Into the Wild in Afrika: Bevor er zu studieren beginnt, will der lebensfrohe und begegnungsoffene Gabriel um die Welt reisen. Seine Freundin schliesst sich ihm in Kenia vorübergehend an. Danach geht er noch einmal auf eigene Faust weiter, beflügelt vom Wunsch, dem lokalen Leben nahe zu sein. Ein ebenso erfrischendes wie anregendes und berührendes Roadmovie, das auf einer wahren Geschichte basiert und uns übers Reisen sinnieren lässt. Unterwegs und bei sich Gabriel ist gern unterwegs, und der junge Brasilianer liebt es, abgetrampelte Pfade zu meiden, ganz einfach bei den Menschen zu sein, wohin er auch kommt. Er liegt damit quer in unserer Zeit, in der das Reisen für die meisten zum Alltag gehört und man sich jede Destination leisten kann. Alle sind unterwegs zum Gleichen und überzeugt, individuell das Spezifische zu erleben. Dabei tragen wir alle dazu bei, dass die Hotspots lebensleer werden, überall die gleichen Hotels, denselben Food, die modischen Drinks. Nur die Dekors wechseln, durch die die Horden von Reisenden geschleust werden. Gabriel mag das nicht, er meidet die Orte, die in den Reiseführern empfohlen sind, weil er gemerkt hat, dass dort alle sind, nur nicht die Einheimischen. Er ist allein unterwegs und bewegt sich im Vertrauen darauf, dass er so sein kann, wie er ist, wenn er die anderen auch so respektiert, wie sie sind. Schnell lässt er sich auf Menschen ein, denen er unterwegs begegnet, kommt bei Familien unter und sitzt an ihrem Tisch. Der Brasilianer Fellipe Barbosa hat die Geschichte von Gabriel und seinem Berg als Spielfilm inszeniert, aber er folgt dabei den Spuren eines Freundes, der auf Weltreise war und in unwegsamem Gebiet in Malawi tot aufgefunden wurde. Weil Gabriel gerne fotografiert hat, ein detailliertes Tagebuch führte und auch über die sozialen Netzwerke mit Zuhause in Kontakt blieb, ist seine ganze Reise bestens dokumentiert. Der Filmemacher rekonstruiert sie mit einzelnen SchauspielerInnen und Menschen, denen Gabriel begegnet war. Entstanden ist ein erfrischendes Roadmovie über einen, der unbekümmert unterwegs ist und uns vor Augen führt, was Reisen alles auch noch sein könnte, wenn wir nur offen sind, mutig und herzlich. Walter Ruggle
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Honeymoons (2009)
Goran Paskaljevic
Serbien
92′
Zwei junge Paare aus Serbien und Albanien entscheiden sich mit Lebenslust und unbekümmert, der jüngsten Vergangenheit auf dem Balkan zu entkommen. Maylinda und Nik leben in den albanischen Bergen, Vera und Marko in Belgrad. Alle vier wünschen sie sich, an einem anderen Ort ihre Träume zu verwirklichen. Das albanische Paar zieht es nach einem Hochzeitsfest in Tirana ins nahe Italien, die serbischen Verliebten möchten nach einer Hochzeit auf dem Land via Ungarn nach Wien, wo der Mann zum Vorspielen im Symphonieorchester eingeladen ist. An den Grenzen zu Europa bleiben die vier fürs Erste hängen. Mit feinem Gespür für die unterschiedlichen Kulturen und unbeschönigendem Blick auf die Gegegenwart erzählt Goran Paskaljevic die doppelte Aufbruchsgeschichte. Still lässt er in den Figuren die Verletzungen der Vergangenheit anklingen, die noch nicht überwunden sind, zeigt er, was die Vorurteile des Alltags bewirken können und wie Fundamentalismen das freie Leben belasten. Maylinda, Nik, Vera und Marko wollen einfach leben und glücklich sein. «Honeymoons» ist eine besinnliche und auf Versöhnung angelegte Geschichte aus dem Heute, ein Film, der einen Eintauchen lässt ins Leben auf dem Balkan.
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Highway
Deepak Rauniyar
Nepal
72′
Ein Mann aus Kathmandu, der erfolglos probiert, mit seiner Frau ein Kind zu bekommen, sucht einen Wunderheiler in den östlichen Bergen Nepals auf. Der hat tatsächlich einen Zaubertrank parat. Allerdings muss der Mann innerhalb von 36 Stunden zurück zu seiner Ehefrau, sonst wirkt die Medizin nicht mehr. Im Bus, der sich durch die engen Strassen, Hügel und Täler Nepals quält, sitzen noch mehr Menschen, die dringend woanders sein müssten: den Internetchat-Lover treffen, Geld für Medikamente überbringen, die Eltern sehen. Aber die Reisegruppe muss immer wieder pausieren, weil Generalstreiks, Staus, Pannen und aufgebrachte Dorfbewohner den Bus aufhalten. Ein paar der Hindernisse werden von den Passagieren überwunden, die sich während des Trips immer besser kennenlernen. Sie verkleiden sich gar als Hochzeitsgesellschaft, um weiterfahren zu dürfen. Zu Hause hat sich allerdings in der Zwischenzeit alles geändert. Der Erstlingsfilm von Deepak Rauniyar, der mit einem Minibudget, einer Handvoll begeisterter Darsteller und improvisierten Dialogen in einem der ärmsten Länder der Welt gezaubert wurde, ist ein Roadmovie voller Überraschungen und Leidenschaft - und eine kompromisslose Darstellung der nepalesischen Realität.
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Der Blick des Odysseus - To vlemma tou Odyssea (1995)
Theo Angelopoulos
Griechenland
169′
Ein Monument von Film hat der Grieche Theo Angelopoulos über Liebe, Leidenschaften und verlorene Unschuld in diesem Jahrhundert geschaffen. Mit Harvey Keitel, der wie Odysseus durch den Balkan irrt. In einer nordgriechischen Kleinstadt weilt ein in die USA ausgewanderter Filmemacher zu Besuch. Man zeigt sein letztes Werk, in dem er über Grenzen nachdachte, die sich die Menschen derzeit wieder vermehrt schaffen. Der Regisseur - er wird gespielt vom Amerikaner Harvey Keitel (Smoke) - besucht seine alte Heimat freilich aus einem anderen Grund: Er ist daran, einen Dokumentarfilm über die Gebrüder Manakis zu realisieren, die vor 90 Jahren das Kino auf den Balkan brachten und hier die ersten Filme realisierten. Vordergründig erzählt Theo Angelopoulos (Die Wanderschauspieler, Der Bienenzüchter) nun die Geschichte eines Mannes, der durch den Balkan reist, um die ältesten Filmrollen des Halbkontinents zu finden. Sie führt ihn und uns von Griechenland über Albanien, Mazedonien, Bulgarien nach Rumänien und von dort die Donau hinauf nach Belgrad, um schliesslich in Sarajewo zu landen, jener Stadt, dem Brennpunkt der europäischen Geschichte in 20. Jahrhundert. Doch dies ist nur die Oberfläche eines filmischen Ozeans, von der der Grieche gleichsam abtaucht in die unergründlichen Tiefen. Walter Ruggle
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Reise zur Sonne (1999)
Yesim Ustaoglu
Türkei
110′
In «Günese Yolculuk» (Reise zur Sonne) hat die türkische Regisseurin Yeșim Ustaoğlu in langwierigen Dreharbeiten mit militärischen Interventionen gleich mehrere Themen aufgegriffen, die in ihrer Heimat eigentlich tabu sind. Sie redet von Kurdistan, sie zeigt Aufnahmen von staatlicher Gewalt, und sie macht auf bewegende Art vor allem eines deutlich: Frieden ist dann möglich, wenn man sich wechselseitig ernst nimmt und akzeptiert. Um den anderen zu respektieren, müsste man sich bewusst werden, dass man an den meisten Orten dieser Welt ein Fremder, eine Fremde ist und man genauso gut in der Haut des anderen stecken könnte. Zwei junge Männer aus entgegengesetzten Regionen der Türkei begegnen sich in diesem wunderbaren Film zufällig in Istanbul und werden Freunde. Beide hoffen auf eine bessere Zukunft und versuchen, in der Grossstadt ein Auskommen zu finden. Berzan stammt aus einem kurdischen Dorf im äussersten Osten und schiebt als fliegender Händler jeden Morgen seinen Karren mit Musikkassetten in die Stadt. Mehmet ist erst kürzlich aus der Westtürkei hier angekommen und findet einen Job bei den Wasserwerken, wo er mit einem archaisch anmutenden Hörrohr die Strassen nach geborstenen Leitungen abhorcht. Es ist, als würde er nach Strömungen suchen, die an der Oberfläche nicht wahrnehmbar sind, aber sehr wohl vorhanden und lebensspendend. Mehmet hat es nie interessiert, dass Berzan Kurde ist. Was für ihn zählt, sind die Träume der beiden, die Freude am Zusammensein, die Nähe, die wohl tut. Wichtig ist ihm ihre Freundschaft, in der es kein Wenn und Aber gibt, in der das Zwischenmenschliche entscheidend ist und die Sehnsucht. Berzan sehnt sich nach seinem Heimatdorf zurück, wo er glaubt, dass seine Verlobte auf ihn warten würde, während Mehmet sich in Istanbul in die feinfühlige Arzu verliebt hat. Sie war in Deutschland aufgewachsen. Inzwischen ist Arzu in ihre alte Heimat zurückgekehrt und muss hier erleben, wie rasch einer in den Verdacht kommen kann, der politischen Opposition anzugehören. Die Regisseurin erzählt ihren hochgradig politischen Stoff auf packende Weise. Atmosphärisch dicht und stimmungsbewusst schildert sie Freundschaft und Liebe, feinfühlig charakterisiert sie ihre Figuren und eindrücklich gestaltet sie die Reise in den äussersten Osten ihrer Heimat, in bei uns kaum bekannte Regionen. Mit Geschick versteht Yeșim Ustaoğlu es dabei, politische Ereignisse in die erfundene Handlung einzuflechten und ein subtiles, vielschichtiges Drama von einer Sprengkraft zu gestalten, die an Herz wie Geist rührt.
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Le grand voyage (2004)
Ismaël Ferroukhi
Marokko
103′
Was ist der Okzident, was ist der Orient? Was verbindet die beiden, was trennt sie? Ferroukhi schafft mit seinem Roadmovie, das einer traumhaften Strecke folgt, eine Innenansicht, mit der er zwei sperrige Figuren einander näher bringt und dann, über ihre Annäherung und die Annäherung in der geographischen Distanz, zwei Welten. Der alte Mann, der da seinen Sohn nötigt, ihm den Wunsch des Lebens zu erfüllen, ihn auf seiner einzigen Reise nach Mekka zu begleiten, wirkt am Anfang nicht weniger verstockt als der Junge, der seine Freundin zurücklassen muss und an einen Pilgerort gehen soll, der ihn nicht interessiert. Allein über die Konstellation wird deutlich, wie wenig die Religionszugehörigkeit eines Menschen etwas über seine Gläubigkeit aussagen muss. Die grosse Stärke dieses kleinen Roadmovies ist weit mehr noch als die äussere Reise von Europa nach Asien die innere Reise zweier unterschiedlicher Menschen gleichen Ursprungs. Sie führt beide näher zu sich und zu einander. Ein Roadmovie, das die weiten Landschaften und Städte Italiens, Sloweniens, Kroatiens, Serbiens, Bulgariens, der Türkei, Syriens, Jordaniens und schliesslich Saudi-Arabiens in poetischen Bildern einfängt und nicht zuletzt durch Hauptdarsteller Nicolas Cazalé beeindruckt. Ausgezeichnet als bester Erstling in Venedig 2004.
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Messidor (1979)
Alain Tanner
Schweiz
123′
Jeanne und Marie treffen einander zufällig und entschliessen sich, auf eine Reise durch die Schweiz zu gehen mit unbestimmtem Ziel. Es wird eine Winterreise (Schuberts Lied steht am Anfang des Films) im Sommer, ein versuchter Ausbruch aus der Erstarrung. Jeanne studiert in Genf Geschichte und Literatur, lebt zusammen mit ihrem Freund und ist unterwegs «à la campagne», da sie alles ein wenig anödet. Anders Marie, die Verkäuferin aus Moudon, einem kleinen Nest bei Lausanne; sie ist die Landmaus, für die das Uebernachten im Wald nicht blosse Zielvorstellung ist — sie handelt. Aus den harmlosen, bedrohten Ausgeflippten werden in den Begegnungen mit engstirniger, vorwiegend männlicher, bürgerlicher Normalität Aussenseiterinnen, die schliesslich selbst zur Gewalt greifen. Alain Tanner wollte mit diesem Film bewusst etwas ganz Neues machen und hat den Ausbruch förmlich in die Landschaft hineinkomponiert. «Wir wussten, dass wir dieses Stück Strasse zeigen wollten, oder diese Ecke vom Berg oder dieses Dorf». Ein Jahr vor der 80er-Jugendbewegung hat er ein Frauen-Roadmovie inszeniert, das «Thelma & Louise» in der Schweiz vorwegnahm und das bevorstehende Beben bereits registrierte: Leise, radikal, politisch. Auf den Strassen lässt sich ein Land «erfahren». Messidor bezeichnete im Französischen Revolutionskalender übrigens den Erntemonat Juli.
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